Mit der
Vertreibung der Sudetendeutschen hatte ich mich bislang noch nie beschäftigt, aber
vor einiger Zeit spürte ich das Bedürfnis, mich auch mit diesem Aspekt meiner
Familiengeschichte auseinanderzusetzen. – Ludwig Schreiber schilderte und
veröffentlichte 1949 aus eigenem Erleben und nach gründlicher Recherche einen
Bericht, über die Geschichte der Sudetendeutschen samt Vorgeschichte mit
besonderem Augenmerk auf die Geschehnisse seit 1938, die schließlich ab 1945 in
die Vertreibung mündeten. Auch andere Betroffene kommen in Zitaten zu Wort, um
zu belegen, dass er kein Einzelschicksal schildert. – Ich war zutiefst
betroffen von dem, was ich da las. Unvorstellbar, was da direkt vor den Augen
der Alliierten vorgefallen ist, während sie selbst in Deutschland mit den
Nürnberger Prozessen beschäftigt waren. Ich bin absolut sprachlos und ziehe vor
all den Menschen in Hochachtung den Hut, die sich aus dem Elend der Vertreibung
hochgearbeitet haben (darunter auch meine Mutter und deren Eltern). – Mein Fazit:
ein schockierender Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte
Rüdiger Schache: Das Geheimnis des
Herzmagneten. Nymphenburger 2008
Als ich
mir dieses Buch vor über zwei Jahren gekauft habe, konnte ich nichts damit
anfangen. Es verschwand auf dem Stapel der ungelesenen Lektüre. Heute hat es
mich zu meiner eigenen Überraschung direkt angesprochen. Schache erklärt in
diesem Titel die magnetische Anziehungskraft unseres Herzens. Was wir fühlen wirkt
wesentlich stärker nach außen als vermeintlich rationale Entscheidungen. Er
gibt Anregungen, wie man seinen „Herzmagneten“ neu justieren kann, wenn man mit
seinem derzeitigen Leben nicht zufrieden ist und das Gefühl hat, es müsse noch
mehr oder anderes geben. – Mein Tipp: unbedingt lesenswert!
Diana Cooper: 2012 – Die Welt nimmt Kurs
auf das neue goldene Zeitalter. Ansata Verlag 2011
Eine
2012-Hysterie geistert schon sein Jahren durch unsere Gesellschaft. Zahlreiche
Filme und Bücher gibt es zum Thema. Bislang hatte ich mich zurückgehalten, um
nicht in den Paniksog zu geraten. Allerdings wollte ich mehr über das
grundsätzliche Phänomen einer möglichen Zeitenwende wissen. – Die Autorin
schildert ausführlich, welche Auswirkungen die veränderten Stern- und
Sonnenkonstellationen im nächsten Jahr auf unsere Erde haben können. Sie zeigt
aber auch Möglichkeiten auf, wie jeder einzelne darauf einwirken kann, dass die
Erde geistig, nicht physisch gereinigt wird. – Ich fand die Überlegungen sehr
gut nachvollziehbar. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt gespannt, was im nächsten
Jahr alles passieren wird. – Mein Fazit: ein positives Buch zum Thema 2012
Nicholas Sparks: Das Schweigen des
Glücks. Heyne Verlag 2011
Nicholas
Sparks schreibt schlicht und einfach nette Entspannungsliteratur zum Wegträumen
am Wochenende: Denise lebt alleine mit ihrem behinderten Sohn. Nach einem
Unfall werden sie beide von einem Feuerwehrmann gerettet, zu dem sie sich
ziemlich schnell hingezogen fühlt. Taylor geht es nicht anders, doch statt sich
auf eine neue Liebe einzulassen, rennt er weg und verkriecht sich, sobald die
Beziehung ernst zu werden droht. Dann stirbt sein bester Freund und er beginnt
über sein bisheriges Leben nachzudenken. Dass Denise darin nicht mehr vorkommt,
deprimiert ihn ziemlich. Endlich spürt er, dass er nicht mehr auf Dauer allein
bleiben will. – Nicholas Sparks ist Nicholas Sparks ist angenehme Lektüre:
leicht und romantisch.
Mein Tipp:
genau das richtige für einen regnerischen Sonntag auf der Couch
Silvia Mustert/Christof Vetter: Margot
Käßmann – engagiert evangelisch. adeo Verlag 2011
Schon
lange hatte ich das Gefühl, mich näher mit Margot Käßmann beschäftigen zu
sollen. Als dann noch eine Freundin zu mir sagte, wenn ich Theologie studiert
hätte, wie ich das mit 14 oder 15 vorgehabt hatte, wäre ich vielleicht heute an
ihrer Stelle, stand für mich fest, dass ich etwas über und von ihr lesen
wollte. – Margot Käßmann schreibt in diesem Bändchen zu verschiedenen Aspekten
jeweils einen einleitenden Abschnitt, den die beiden Autoren anschließend in
Betrachtungen über sie und ihr Wirken fortführen. Berührt werden dabei Themen
wie „Was bedeutet es, evangelisch zu sein?“, „Die Bedeutung der Ökumene“, „Eine
Frau mit Führungsverantwortung“ etc. – Ich habe das Buch interessiert und
fasziniert gelesen. Margot Käßmann ist jemand, den ich weiter beobachten werde.
Adriana Altaras: Titos Brille.
Kiepenheuer & Witsch 2011
Mein Vater
hat mir das Buch in die Hand gedrückt, nachdem er es selbst verschlungen hatte.
Er schwärmte von einer genialen Familienaufstellung. Das müsse ich unbedingt lesen.
Stimmt, das Buch liest sich sehr angenehm – mit viel Witz, gelungener Sprache
und mehr oder weniger bissiger Ironie. Ich nehme es der Autorin sofort ab, dass
es noch immer nicht einfach ist, im Deutschland des Jahres 2011 Jüdin zu sein,
die außerdem über Italien aus Exjugoslawien eingewandert ist. Damit potenzieren
sich die Neurosen, was dem Leser zwischen allen Zeilen entgegenspringt. – Mein Fazit:
ein wunderbares Buch, das den Blick über den Tellerrand eröffnet
Lynn Raven: Der Kuss des Dämons. cbt Taschenbuch
2010
Die
Autorin hatte mich mit „Der Kuss des Kjer“ unglaublich begeistert. Daraufhin
habe ich mir diesen ersten Band einer Trilogie von ihr gekauft, die mich von
der groben Handlungsstruktur an Stephenie Meyers „Twilight“ erinnert hat. –
Dawn hat kurz nach der Geburt ihre Eltern verloren. Seitdem lebt sie – gut behütet
von ihrem Onkel – in dem kleinen Ort Ashland Falls. Inzwischen ist sie 17 Jahre
alt und verliebt sich in einen neuen Schüler an ihrer Schule: Julien DuCraine.
Julien ist mehr als abweisend und kratzbürstig, dennoch rettet er Dawn das
Leben. Sie kommen sich langsam näher. Schließlich hilft sie ihm nach einem
Chemieunfall. Jetzt lässt Julien sie näher an sich heran. Sie gehen miteinander
– bis er sie nach wenigen Stunden wieder von sich stößt. Dawn gibt nicht auf.
Sie will Julien verstehen und endgültig für sich gewinnen. Endlich offenbart er
ihr, dass er ein geborener Vampir ist, ein Lamia. Dass ihr Onkel von all dem
nichts wissen darf, macht es für sie nicht leichter. Als dieser schließlich
herausbekommt, dass seine Nichte einen Freund hat, reagiert er noch heftiger
als erwartet: Dawn erhält Hausarrest, das bisherige Personal wird entlassen und
Julien wird in ein geheimes Kellerverlies gesperrt. Aber Dawn lässt nicht
locker. Sie sucht ihren Freund, bis sie schließlich alle Hintergründe und die
wahre Identität ihres Onkels aufdeckt und dabei erkennt, dass er und all seine
Geschäftspartner Vampire sind. Schlimmer noch: Sie selbst ist halb Vampir, halb
Mensch und dabei noch eine lang ersehnte Vampir-Prinzessin mit besonderen
Kräften. – Lynn Raven schreibt spannend und leicht verständlich. Die Handlung
entwickelt sich stringent und wartet immer wieder mit überraschenden Wendungen
auf. Auch die Figuren sind plastisch und lebensecht gezeichnet. Gerade Julien
ist ein wesentlich überzeugender Vampir als Edward Cullen. Und auch die
selbstbewusste Dawn gefällt mir persönlich deutlich besser als die in ihrer
Liebes-Denkschleife gefangene Bella. Mir persönlich gefällt dieses Buch besser
als Twilight.
Mein
Fazit: gelungene Jugendliteratur als Alternative zu „Twilight“
Michelle Raven: Ghostwalker – Fluch der
Wahrheit. Lyx-Egmont 2011
Der vierte
Teil der Ghostwalker-Reihe von Michelle Raven. – Die Autorin Caitlin Walker hat
einen Roman über Gestaltwandler geschrieben, dessen Figuren und Schauplatz
verdächtig an die Berglöwen-Gestaltwandler um Coyle erinnern. Torik macht sich
auf die Suche nach der Autorin. Er hofft herauszufinden, woher sie ihre genauen
Kenntnisse hat. Allerdings entwickeln sich die Dinge komplett anders als
erwartet: Caitlin wird vor Toriks Augen überfallen. Er hilft ihr und sie kommen
sich zusehends näher. Caitlin ist irritiert und fasziniert, dass Torik ihrer
Roman-Hauptfigur ähnelt. Parallel dazu werden Coyle und Marisa überfallen, als
sie Beweise ihrer Existenz aus einem leerstehenden Haus sichern wollen. Marisa
wird dabei schwer verletzt. Die Ereignisse überstürzen sich. Die Gestaltwandler
setzen alles daran, sich zu verteidigen und nicht in die Öffentlichkeit gezerrt
zu werden – auch wenn dies für Torik bedeutet, auf Caitlin verzichten zu
müssen. – Die Handlung setzt nahtlos an den drei vorangegangenen Romanen an und
bezieht sich immer wieder auf frühere Geschehnisse. Die Bücher selbst muss man
aber nicht zwingend gelesen haben, weil die Bezüge kurz erklärt werden.
Insgesamt ist das Buch flüssig und routiniert geschrieben. Dennoch hat es mir
nicht so gut gefallen wie die drei Vorgänger. Für mich ist dies der bislang
schwächste Teil der Reihe, wobei das bei Michelle Raven ein noch immer gutes
Buch ergibt. – Mein Fazit: solide Fortsetzung der Ghostwalker-Reihe
Josephine Angelini: Göttlich verdammt.
Cecilie Dressler Verlag 2011
Das Cover
und der Rückentext des Buches hatten mich im Buchhandel angesprochen, deswegen
hatte ich mir das Buch gekauft. – Helen ist 16 und lebt mit ihrem Vater auf
einer kleinen Insel. Bisher verlief ihr Leben ruhig, auch wenn sie immer das
Gefühl hatte, anders zu sein als die anderen. Dank ihrer Freundin Claire konnte
sie damit allerdings bislang immer ganz gut umgehen. Zum neuen Schuljahr ist
eine neue Familie aus Europa auf die Insel gezogen. Alle finden die neuen
Jugendlichen „cool“, nur Helen wird von einer Mordlust überwältigt und
versucht, einen von ihnen (Lucas) umzubringen. Sie ist entsetzt, hat aber ihre
Gefühle nicht unter Kontrolle. Erst als Lucas ihr das Leben rettet, wird sie
ruhiger und kann sich jetzt mit Lucas und seiner Familie austauschen. Sie
erfährt Unglaubliches: Sie alle sowie Helen sind Nachfahren antiker Halbgötter,
die dazu gezwungen sind, die antiken Familienzwiste immer wieder und wieder
auszuüben. Aber, und das ist das Gute daran, ein Halbgott zu sein, sie haben
auch besondere Eigenschaften: Helen zum Beispiel ist unverwundbar und kann
fliegen, Lucas kann ebenfalls fliegen und hat einen Wahrheitssensor. Die
Auseinandersetzungen unter den Halbgöttern der neuen Familie und Helen spitzen
sich zu. Mehrfach werden Mordanschläge auf Helen ausgeübt, vor denen sie Lucas
und seine Brüder beschützen. Als schließlich Helens totgeglaubte Mutter
eingreift, eskaliert die Situation. – Das Buch ist klasse. Die
Ausgangssituation ist natürlich ein weiteres Mal die gleiche wie bei Stephenie
Meyer, Bettina Belitz u.a. Fantasy-Romanen: 16-jähriges Mädchen verliebt sich
in einen neuen Schüler, der besondere Fähigkeiten hat. Dennoch hat mich diese
Umsetzung für sich eingenommen. Nachfahren der griechischen Halbgötter mit
besonderen Fähigkeiten, die sich an den antiken Originalen orientieren, das ist
mal was Neues. Außerdem sind Helen und Lucas sowie die Familien und Freunde der
beiden glaubwürdig gezeichnet. Ich hatte großen Spaß daran, das Buch zu lesen,
auch wenn deutlich zu spüren ist, dass es eigentlich für Jugendliche
geschrieben ist. Der Spannungsaufbau der Geschichte legt die Vermutung nahe, dass
eine Fortsetzung geplant ist. Darauf bin ich gespannt. – Mein Fazit: ein empfehlenswertes
Jugendbuch für Mädchen
Nora Roberts: Winterwunder. Heyne
Verlag 2011
Noch
einmal Urlaubs- und Couchliteratur: Parker Brown führt mit ihren drei
Freundinnen eine erfolgreiche Hochzeitsagentur. Während ihre Freundinnen
bereits ihre Männer gefunden haben und kurz vor der Hochzeit stehen, hat Parker
kein Auge für Männer – bis sie ein besonders störrisches und von sich selbst
überzeugtes Exemplar kennenlernt. Malcom hilft ihr bei einer Autopanne, lädt
sie daraufhin zum Motorrad Fahren ein und gewinnt ganz allmählich Parkers Herz,
obwohl er sein eigenes immer schön verschlossen hält. Parker lässt nicht
locker, auch auf die Gefahr hin, Malcolm zu verlieren. Aber die Liebe zwischen
beiden ist stärker, und so gibt er schließlich nach und öffnet sich ihr. – Nora
Roberts, wie frau sie kennt: romantisch, ein bisschen kitschig, ein bisschen
Drama, aber mit Happy End. Genau richtig für trübe Wintertage mit aufkommender
Single-Depression.
Nicholas Sparks: Weg der Träume. Heyne
2011
Ich hatte
mir das Buch als Urlaubslektüre gekauft. – Miles hat
vor zwei Jahren seine Frau verloren. Seitdem versucht er sich im Alltag mit
seinem Sohn zurechtzufinden, ohne sich in der Erinnerung zu verlieren. Schließlich
verliebt er sich in die neue Lehrerin seines Sohnes. Endlich öffnet er sich der
Zukunft, nur um zu erkennen, dass der Bruder seiner neuen Liebe der Mörder
seiner Frau ist. Miles rastet komplett aus und ist auf dem besten Weg, alles zu
zerstören, was er sich mühsam seit dem Tod seiner Frau aufgebaut hat. – Eine
nette Lektüre, leicht und flüssig geschrieben, mit plastischen Figuren und viel
Herzschmerz. – Mein Fazit: genau richtig für Strand oder Couch
Regine Leisner: Unter dem Rabenmond.
Ullstein Taschenbuch 2010
Auch
dieses Buch stammt aus dem Buchbestand meiner Schwester: ein historischer
Roman, der an der Schwelle zur Bronzezeit spielt. Der Roman ist die Fortsetzung
des Titels „Die Rabenfrau“ von derselben Autorin. – Raghna, die Rabenfrau, ist
seit Kindheit an mit der Natur und ihren Kräften verbunden. In ihrem
bäuerlichen Dorf wird dies aber als bedrohlich empfunden und unterdrückt.
Raghna passt sich an, verliert aber einen wichtigen Anteil ihrer selbst. Als
junge Frau wird sie entführt, vergewaltigt und zur Sklavin gezwungen. Es kommt
einem Wunder gleich, dass schließlich die Großherr ihre Weisheit erkennt und
sie zu seiner Nebenfrau macht. Als er stirbt, muss Raghna fliehen. Sie findet
Zuflucht bei einer weisen alten Frau, die ihr endlich das Wissen und die
Fähigkeiten vermittelt, um Botin und Geweihte der Göttin Holl zu werden.
Endlich wendet sich ihr Leben zum Guten. – Das Buch liest sich spannend und
flüssig. Raghnas Lebensweg ist faszinierend, auch weil viel historisches Wissen
um den Übergang von der Stein- zur Bronzezeit verarbeitet ist. Besonders
angesprochen hat mich der Gedanke, dass vor der männlich dominierten Kultur,
die sich bis heute gehalten hat, eine weiblich dominierte Kultur bestand. Dort
waren die Frauen diejenigen, die die Geschicke ihrer Familien und Clans lenkten,
während die Männer umherzogen und jagten. Dementsprechend wurden die Geschicke
der Welt von einer Göttin (Holl oder Holde) gelenkt, die mit Beginn der
Bronzezeit von männlichen Göttern in den Hintergrund gestellt wurde. Die
Vorstellung von mächtigen Frauen ist bestechend. Da sollten wir auch heute
wieder hin.
Charlotte
Winter: Die Herrin der Pferde. Rowohlt Taschenbuchverlag 2009
Das nächste Buch meiner Schwester, ein
für mich ganz neues Genre: ein historischer Roman, der in der Bronzezeit
spielt. – Elin flieht aus ihrer gewohnten Umgebung, nachdem ihr Vater und ihr
Bruder sie an den über allen Dörfern herrschenden Herrn verkauft haben, der sie
brutal vergewaltigt hat. Elin schließt sich einer Herde Pferde an, zu denen sie
eine besondere Beziehung aufbaut. Sie versteht die Tiere und kann eines ganz
besonders an sie gewöhnen, das ihr in der Zukunft treu zur Seite steht. Im
ersten Winter, in dem sie auf sich allein gestellt ist, gerät sie immer wieder
an ihre Grenzen. Schließlich rettet sie einen unbekannten Mann aus dem Moor.
Beide verlieben sich ineinander, aber ihre Wege trennen sich wieder. Erst in
einer kriegerischen Auseinandersetzung treffen sie wieder aufeinander und
können sich endlich ihre Gefühle füreinander eingestehen. – Mich hat an diesem
Buch beeindruckt, wie plastisch die Lebenssituation der Bronzezeit dargestellt
ist. Wie hart das Leben war, als man Essen, Trinken und Kleidung noch nicht im
Supermarkt um die Ecke kaufen konnte. Ein Rudel Wölfe bedeutete Lebensgefahr,
aber eben auch Fleisch zum Überleben und Felle für warme Winterkleidung. Mir
hat das Buch gefallen. Die Handlung war spannend und flüssig erzählt. – Mein Fazit:
ein guter historischer Roman
Lynn
Raven: Der Kuss des Kjer. cbt Verlag 2010
Zielsicher habe ich im Urlaub in
Spanien genau das richtige Buch gegriffen: eine Fantasy-Story, die mich auf
Anhieb gefesselt und Tag und Nacht mit Beschlag gelegt hat. – Der erste
Heerführer der Kjer, Mordan, bekommt von seinem König den Auftrag, die berühmte
Heilerin Lijanas des Nachbarvolks der Nivard aus dem angrenzenden Königreich zu
entführen, da sie seine letzte Hoffnung ist, seine schleichende Krankheit zu
besiegen. Mit einem Trick bringt er die Heilerin in der Hauptstadt des
Nivard-Reiches in seine Gewalt und macht sich auf den Rückweg. Mehrfach
versucht die Heilerin zu fliehen, aber Mordan ist wachsam. Gemeinsam mit seinen
Soldaten muss er sich und seine Gefangene vor etlichen Gefahren schützen. Dabei
fühlen beide zunehmend Gefühle füreinander, die sie sich aber nicht
eingestehen, weil beide der Überzeugung sind, dass sie in verschiedenen Welten
leben, also keine gemeinsame Zukunft zu haben. Erst im letzten Moment – kurz
vor Mordans Hinrichtung – realisieren sie, dass sie einander lieben, doch es
gibt nichts mehr, was sie tun können. – Zuallererst hat mich die Welt der Kjer
und Nivard fasziniert und begeistert. Beide sind so unterschiedlich, auch die
„Menschen“ darin sind vollkommen verschieden, wobei die Kjer nicht wirklich
Menschen sind. Sie haben am ganzen Körper Fell und ihre Fingernägel ähneln mehr
Krallen. Außerdem haben sie Reißzähne, weshalb sie von den Nivard als „wilde
Tiere“ betrachtet werden. Die Nivard dagegen sind zart, hell und menschlich.
Die beiden Hauptfiguren der feindlichen Welten – Mordan und Lijanas – können
nicht unterschiedlicher sein: Sie ist feinfühlig und voller Mitgefühl, er
dagegen ist scheinbar brutal und herzlos. Aber bei näherem Kennenlernen stellt
man fest, dass er sein ganzes Leben misshandelt und gedemütigt wurde, so dass
er sein Herz verschlossen hat. Die Story selbst ist wirklich spannend, die
Locations gut gezeichnet und die Romanze zwischen beiden Protagonisten
entwickelt sich langsam im Hintergrund. Erst ganz am Ende bemerken sie, was
wirklich zwischen ihnen passiert. Das alles macht es für den Leser ungemein
spannend, der Geschichte zu folgen. – Mein Fazit: eine wunderbare Fantasystory
mit Sogwirkung. Ich wünsche mir eine Fortsetzung!
Gabriele Göbel: Die Mystikerin Hildegard
von Bingen. Aufbau Taschenbuch 2009
Ein an den
Fakten und Quellen ausgerichteter Roman über Hildegard von Bingen, dieser
Anspruch der Autorin hat mich neugierig gemacht und zum Kauf bewogen. Die
Eckdaten kannte ich bereits, aber verpackt in eine flüssig geschriebene
Geschichte, die mit Originalzitaten, Gefühlen und Gedanken der handelnden
Figuren angereichert ist, das lässt das Mittelalter plastisch werden. Gabriele Göbel hat
mich wirklich nahe an Hildegard von Bingen herangebracht. Eine beeindruckende Frau, die in diesem Roman wunderbar gezeichnet ist. – Mein Tipp:
Lesenswert
Heike Koschyk: Hildegard von Bingen –
Ein Leben im Licht. Aufbau Taschenbuch 2010
Zurzeit
beschäftige ich mich intensiv mit Hildegard von Bingen. Nach einem Besuch im
Kloster Disibodenberg habe ich mir diese Biographie besorgt. Ausführlich
schildert die Autorin das Leben Hildegards, wie es sich aus den verschiedenen
Quellen erschließt. Selbstverständlich gehört auch ein Überblick über das
Zeitgeschehen des 12. Jahrhunderts in Mittel- und Südeuropa dazu. Die meisten
Themen kannte ich aus dem Geschichtsunterricht bzw. -studium. Dennoch war es
mir wichtig, die Person der Äbtissin im historischen Zusammenhang zu erleben. –
Die Biographie ließ sich angenehm lesen und hat mir eine gute Vorstellung
gegeben. Ich werde sicher weitere Bücher über Hildegard heranziehen, aber als
Einstieg hat mir das Taschenbuch gut gefallen. – Mein Fazit: eine gute
Biographie über Hildegard von Bingen, die die neuesten Forschungsergebnisse
berücksichtigt
Jeanine Krock: Der Blutkristall.
Egmont-Lyx 2011
Teil 3 der
„Licht und Schatten“-Reihe: Vivianne, Schwester der beiden Vampire Kieran und
Asher, die in den beiden vorangegangenen Romanen die Hauptrollen spielten, lebt
in Paris. Sie hütet einen magischen Rubin, der ihr gestohlen wird. Aus Angst
vor ihren Brüdern macht sie sich allein auf die Suche. Immer wieder erhält sie
dabei Hilfe, mal von ihrem sprechenden Raben, mal von dem undurchschaubaren
Vampir Morgan, mal von dem Barkeeper Cyron, der sich schließlich als Elfenprinz
entpuppt. Vivianne hat ihre vampirischen Fähigkeiten noch nicht wirklich im
Griff, was ihr das Leben und die Suche erschwert, und die anderen spielen ein
doppeltes Spiel mit ihr. – Auch dieser Teil der „Licht und Schatten“-Reihe hat
mir gut gefallen. Er ergänzt wunderbar die beiden anderen Geschichten um Kieran
und Asher. Vivianne wird als zickige Prinzessin gezeichnet, die zunehmend
lernen muss, für sich selbst zu sorgen und ihre magischen Fähigkeiten
einzusetzen. Ihr Gegenspieler Morgan dagegen ist ein Prolet adliger Abstammung.
Entsprechend häufig geraten die beiden aneinander. Ich habe das Buch mit großem
Vergnügen gelesen. – Mein Tipp: gelungene Fantasy-Kost für Frauen
Alice Peterson: Engelspfade. Bastei
Lübbe 2009
Beim
Stöbern im Buchhandel bin ich auf dieses Buch gestoßen. Der U4-Text hat mich
neugierig gemacht: Cass ist während der Semesterferien zuhause. Sie offenbart
ihren Eltern, dass sie mit ihrem Freund zusammenziehen will. Es kommt zum
Streit mit ihren Eltern. Sie springt ins Auto, rast durch die Gegend, baut
einen schweren Unfall und sitzt für den Rest ihres Lebens im Rollstuhl. Cass
ist wütend und verzweifelt. Sie schämt sich. Erst ein Begleithund lockt sie aus
der Reserve: Sie macht alleine Urlaub, lernt einen Mann kennen, mit dem sie
zusammenzieht, sucht sich eine Arbeit. Nur mit der Liebe will es nicht so recht
klappen … – Alice Peterson schreibt ihre Geschichte sehr einfühlsam. Ich konnte
mir die Erlebnisse und Gefühle der Protagonistin gut vorstellen. Auch
alltägliche Widrigkeiten einer Querschnittlähmung werden erwähnt, seien es die
Themen „Darmhygiene“ oder „morgendliches Anziehen“. Dabei hatte ich an keiner
Stelle das Gefühl, Aufklärungsliteratur über Behinderte zu lesen. – Mein Fazit:
ein gelungener Einblick in das Leben einer Rollstuhlfahrerin
Lorna Byrne: Himmelspfade. Kailash
Verlag 2011
Hat mich
schon das erste Buch von Lorna Byrne zutiefst bewegt, verstärkte die
Fortsetzung meine Begeisterung. Die Autorin berichtet auch hier von ihren
Erlebnissen mit diversen Engeln, aus ihrem privaten Leben und von ihrem Weg,
bis ihr erstes Buch im Buchhandel erschienen ist. Sie gibt Antworten zu
weiteren Fragen, wie die Reinkarnation, die Zukunft der Menschheit und das Böse
auf der Welt. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es hat mir – ein weiteres Stück
– die Augen und das Herz geöffnet.
Mein
Fazit: absolut empfehlenswert
Stephenie Meyer: Bis(s) zum Abendrot. Carlsen
Verlag 2010
Langsam
geht mir Bella Swan auf die Nerven. Ich schätze, dass ich schlicht und einfach
nicht zur Zielgruppe gehöre. – Bella steht kurz vor ihrem
Schulabschluss. Sie setzt alles daran, auf ewig mit Edward zusammen sein zu
können. Mit der Familie Cullen hat sie den Kompromiss ausgehandelt, dass sie
erst nach ihrem Abschluss und nach der Hochzeit mit Edward zum Vampir gewandelt
wird. Weder Edward noch ihrem Freund Jacob Black ist das recht. Beide sähen es
lieber, wenn sie ein Mensch bliebe, aber Bella lässt nicht mit sich reden. –
Ständig kreist die Handlung um dieses eine Thema: Bella will um alles in der
Welt schnellstmöglich ein Vampir werden. Dass Edward ihr gern noch mehr Zeit
als Mensch vergönnen würde und sie andererseits in Jacob verliebt ist,
interessiert sie überhaupt nicht. Parallel findet ein Angriff der Vampirin
Victoria statt, um Bella auszuschalten. Hier erfährt der Leser, dass die
Vampire und Werwölfe erstmals zusammenarbeiten und dass Jacob und Bella
durchaus Gefühle füreinander hegen. All das führt immer wieder zu dem Anfangs-
und Grundgedanken „Ja, aber ich will auf ewig mit Edward verbunden sein.“ Oh,
man, Mädel, du nervst. Das hättest du auch auf 50 Seiten statt auf über 600
verkünden können.
Mein
Fazit: Nur was für echte Twilight-Fans
Janne Mommsen: Ein Strandkorb für Oma.
Rowohlt Taschenbuch Verlag 2011
Schon ist
der Nordfriesland-Urlaub wieder zu Ende. Die letzte Regionallektüre habe ich
angefangen mit nach Hause genommen – mit dem netten Nebeneffekt, dass ich mir
das Urlaubsfeeling noch ein paar Tage bewahren konnte. – Sönke lebt inzwischen
mit seiner großen Liebe Maria in Omas kleinem Häuschen auf Föhr. Alles könnte
so schön sein, wenn Oma nicht vergesslich werden würde, dadurch nicht in den
Verdacht geiete, ein wertvolles Gemälde aus dem Museum gestohlen zu haben, und
Marias Ex-Lover nicht mit der Aufklärung des Falles beauftragt worden wäre. Sönke
gerät zwischen alle Fronten. Er verscherzt es sich mit Maria, kommt mit seinem
ersten eigenen Projekt als Eventmanager nicht vom Fleck und beißt sich an
seiner Familie die Zähne aus. Aber alles nur „fast“, denn am Ende lösen sich
die Probleme auf „friesische Art“. – Herrlich, diese Fortsetzung von Janne
Mommsen. Ich könnte mich in die Story legen und darin baden. Er vermittelt
Nordfriesland-Feeling pur. Und dann seine herrlich schräg-originellen Figuren!
Einfach nur toll.
Mein
Fazit: wunderbar leichte Lesekost aus dem hohen Norden
Ulrike Barow: Baltrumer Bärlauch.
Leda-Verlag 2010
Die
Geschichte ist ein bezaubernder Inselkrimi, den ich in kürzester Zeit
verschlungen habe. – Inga, eine junge Bildhauerin, ist begeistert von den
Bildern des Malers Walter Bertelsmann. Als sie erfährt, dass er 1905 auf der
Insel Baltrum gewesen ist, beschließt sie, ebenfalls dorthin zu reisen. Sie ist
sich sicher, dort noch Spuren Bertelsmanns zu finden. Auf der Überfahrt lernt
sie eine junge Frau kennen, bei deren Großeltern sie auf Baltrum tatsächlich
ein Gemälde des Malers entdeckt. Die Großmutter wiegelt alles ab. Inga ist
irritiert. Am nächsten Tag wird der Großvater bewusstlos am Strand gefunden,
und seine Frau behauptet, ihn vergiftet zu haben. Ein weiterer Toter wird
gefunden. Inga ist mitten in einem Kriminalfall gelandet und kommt gar nicht
mehr dazu, weiter nach Walter Bertelsmann zu forschen. – Die Geschichte um
Inga, ihre neue Freundin und deren Familie ist flüssig und mit ausreichend
Tiefgang erzählt. Die Infos um Walter Bertelsmann und seine Worpsweder
Malerkollegen sind geschickt in die Story integriert. Die Autorin zeichnet ein
gelungenes Porträt der Insel und der agierenden Figuren. Mir hat das Buch Spaß
gemacht. – Mein Fazit: ein gelungener Inselkrimi
Janne Mommsen: Oma ihr klein Häuschen.
Rowohlt Taschenbuch Verlag 2011
Und ich
habe doch noch einen neuen Nordfriesland-Autor gefunden, dessen Stil und
Handlung mich sofort in ihren Bann gezogen haben. – Sönke ist Eventmanager in
Hamburg. Als er seinen Job verliert, kommt ihm die Bitte seiner Mutter ganz
recht, an ihrer Stelle zum Geburtstag der Oma nach Föhr zu fahren. Die Party
steigt, doch Oma fehlt, während die Verwandtschaft beginnt, sich um Omas leer
stehendes Haus zu streiten. Sönke findet Oma schließlich betrunken im Watt. Er
ist entsetzt und bringt sie nach Hause. Zwei Tage später ist sie schon wieder
verschwunden. Diesmal gestaltet sich die Suche deutlich schwieriger. Die
gesamte Familie muss mithelfen und entdeckt dabei ein langjähriges
Familiengeheimnis, das den Streit ums Erbe verblassen lässt. – Janne Mommsen
hat eine wunderbar leichte Art zu schreiben. Seine Figuren sind treffsicher auf
das Wesentliche beschränkt und dennoch präzise gezeichnet. Insgesamt sind die
Figuren schräg, echte Originale, die ich regelrecht ins Herz geschlossen habe.
Ich freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung des Buchs.
Mein
Fazit: mit viel Liebe gezeichnete Nordfriesland-Familiengeschichte voller
schräger Originale
Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen.
Leda-Verlag 2009
Eigentlich
ist es schon fast ein Stilbruch, in Nordfriesland einen Ostfriesland-Krimi zu
lesen, aber ich habe vor Ort keine neue Regionalliteratur gefunden. So bin ich
ausgewichen … – In Wilhelmshaven treiben zwei Serientäter ihr Unwesen: der
sogenannte Feuerteufel, der alte Gebäude anzündet und der Polizei ständig eine
Nasenlänge voraus ist, sowie ein schwarz vermummter Mörder, der scheinbar
wahllos Menschen hinrichtet und bei ihnen stets einen dreißig Jahre alten
Hemdenknopf zurücklässt. Die Polizei unter Kommissar Trevisan tappt im Dunkeln.
Erst spät erkennt sie, dass beide Fälle zusammenhängen. – Nach den ersten
beiden Seiten des Buches hatte im ersten Anlauf genug von dem Buch. Jedes
Substantiv war mit einem Adjektiv ausgeschmückt. Furchtbar! Mangels
Lesealternativen habe ich schließlich ein paar Tage später weiter gelesen.
Sobald die eigentliche Handlung begann, war der Stil okay. Der Autor schildert
die Polizeiarbeit sehr ausführlich und detailliert. Da er Polizist ist, wundert
das nicht wirklich. Auch wenn die Handlung insgesamt flüssig vorankam, war mir
das Fachwissen zu viel. – Mein Fazit: ein Krimi aus der Feder eines Fachmanns
Michelle Raven: Ghostwalker – Auf
lautlosen Schwingen. Egmont-Lyx 2010
Die ersten
beiden Bände der Ghostwalker-Reihe um den Berglöwenwandler Coyle und seine
Gruppe habe ich begeistert gelesen. Klar, dass ich mir den dritten Teil gekauft
und ihn im Urlaub verschlungen habe. – Die Berglöwenwandlerin Amber wird von
ihrer Gruppe zu den Adlerwandlern geschickt, um sie vor Überfällen durch
Menschen zu warnen. Allerdings lassen die Adlerwandler sie gar nicht erst in
ihr Gebiet. Sie verjagen Amber gleich an der Grenze. Dabei gerät sie in
Todesgefahr, kann aber von einem Adlerwandler in letzter Sekunde gerettet
werden. Amber erkennt in ihm den Adler, der sie bereits als Kind in einer
ähnlichen Situation geschützt hatte. Beide erkennen einander wieder. Sie werden
von ihren Gefühlen füreinander überwältigt, wissen aber nicht, ob sie aufgrund
ihrer verschiedenen Tierformen eine gemeinsame Zukunft haben können. Jetzt
greifen schwer bewaffnete Menschen das Adlerlager an. Adler und Berglöwen
kämpfen gemeinsam ums Überleben. – Das Buch ist im typischen Stil von Michelle
Raven geschrieben: spannend, bisweilen dramatisch, und zugleich
sinnlich-erotisch. Eine wunderbare Mischung, die mir erneut sehr gut gefallen
hat. Schön finde ich ebenfalls, dass altbekannte Figuren immer im Hintergrund
dabei sind und die Handlung weiter begleiten. Wie schon bei der Hunter-Reihe
entsteht eine weitläufige Familiensaga.
Mein
Fazit: spannende Fantasy mit Sogwirkung
Jeanine Krock: Die Sternseherin. Egmont-Lyx
2010
Dieser
Titel ist die Fortsetzung der „Licht und Schatten“-Reihe von Jeanine Krock. –
Die Fee Estelle kann die Empfindungen der Menschen wahrnehmen. Allerdings
werden diese Sinneseindrücke so übermächtig, dass sie regelmäßig
zusammenbricht. Sie wird von ihrer Familie in das abgelegene Schottland
geschickt, um allmählich zu sich selbst zu finden. Dabei lernt sie einen
undurchdringlichen, aber faszinierenden Mann kennen, den vermeintlichen
Bibliothekar Asher. Erst allmählich erkennt sie, dass er ein Vampir ist, eine
Spezies, die sie zutiefst ablehnt. Aber das Schicksal hat ihre Wege unauflöslich
miteinander verflochten … – Dieser zweite Teil der „Licht und Schatten“-Reihe
hat mir deutlich besser gefallen als Teil 1. Die Handlung ist stringenter, die
Figuren noch lebensechter, die Spannung wird noch besser aufgebaut und
gehalten. Ich werde mir sicher auch die nächsten Teile zulegen, um zu erfahren,
wie es mit den Feen- und Vampirfamilien der jeweiligen Protagonisten
weitergeht. – Mein Fazit: eine lesenswerte Fortsetzung der „Licht und Schatten“-Reihe
Jeanine Krock: Der Venuspakt. Egmont-Lyx
2009
Mit diesem
Titel habe ich eine für mich neue, wunderschöne Fantasy-Reihe aufgetan: die
sogenannte „Licht und Schatten“-Reihe von Jeanine Krock. – Nuriya ist die
Tochter einer Fee. Von ihrer Mutter hat sie ein eigenartiges Amulett erhalten,
das sie als die „Auserwählte“ kennzeichnet, die den rituellen Friedenspakt (Venuspakt)
zwischen Feen (der Lichtwelt) und Vampiren (der Schattenwelt) erneuern soll. Nach
einem Überfall wird sie von einem Vampir gerettet, der ihren Blutverlust nur
stillen kann, indem er sie in eine Vampirin transformiert. Damit hat Kieran in
die Regeln des Venuspakts eingegriffen. Die Ereignisse um die beiden beginnen
sich zu überschlagen und beide kämpfen ums nackte Überlegen. Dabei dauert es
sehr lange, bis sie beide begreifen, dass sie – Nuriya und Kieran – die beiden „Auserwählten“
sind, die sich rituell als Seelenpartner miteinander verbinden dürfen. – Die Geschichte
liest sich sehr angenehm. In diesem ersten Band steht die Verbindung von Nuriya
und Kieran im Vordergrund. Nebenbei werden aber weitere Personen eingeführt,
z.B. die Zwillingsschwestern der Fee sowie der Bruder Kierans, die im nächsten
Band zu den eigentlichen Protagonisten werden. Die Handlung ist spannend und
gut nachvollziehbar. Mir hat das Buch Spaß gemacht, auch wenn mir Teil 2 („Die
Sternseherin“) etwas besser gefallen hat.
Mein
Fazit: solider Start einer wunderschönen Fantasy-Reihe
Jürgen Domian: Der Gedankenleser.
Heyne Verlag 2010
Ich fand
die Vorstellung faszinierend, nach einem Unfall die Gedanken anderer Menschen
lesen zu können und dabei festzustellen, dass nichts so ist, wie es bislang
schien. Also habe ich mir das Buch besorgt und gelesen. – Arnes Leben ist
perfekt. Zwar langweilt er sich im Beruf, dafür hat er eine gute Ehe, ein
tolles Haus, Freunde. Nach einem Unfall ändert sich alles schlagartig: Er kann
plötzlich hören, was andere Menschen denken, aber eben nicht aussprechen. Seine
Frau hat ihn nie geliebt, seine Kollegen hintergehen ihn und sein Chef wünscht
ihm die Pest an den Hals. Arne ist schockiert. Er zieht sich zurück, wird zum
Einzelgänger, schließlich zum Alkoholiker. Doch irgendwann wacht er auf und
beschließt, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Dafür zieht er sich in die
Einsamkeit Nordeuropas zurück. Er entdeckt die wahren Werte des Lebens und
findet seinen Frieden. – Der Autor schildert das innere Wachstum seines
Protagonisten ausschließlich aus der Sicht seines Helden. Das bleibt trotz der
Fähigkeit, die Gedanken seiner Mitmenschen lesen zu können, ein-seitig, denn in
deren Herzen kann er nicht blicken. Insofern bleibt die Geschichte spannend,
bewegend und überzeugend. Ich konnte den Entwicklungsprozess Arnes
nachvollziehen. Der Autor schreibt angenehm, gut zu lesen, aber nicht platt.
Mein
Fazit: ein wirklich gutes Buch aus einer interessanten Perspektive
Lorna Byrne: Engel in meinem Haar.
Kailash Verlag 2009
Dieses
Buch ist mir beim Stöbern im Buchhandel in die Hände gefallen. Es ist die
autobiographische Geschichte einer irischen Mystikerin. Lorna Byrne kann seit klein auf mit Engeln und anderen Lichtwesen sprechen. Diese Fähigkeit ist
faszinierend. Zudem haben mich auch ihre Lebensumstände sehr bewegt: von ihrer
Umwelt als geistig zurückgeblieben betrachtet, in bitterer Armut aufgewachsen
und auch im Erwachsenenalter in einfachsten Verhältnissen gelebt. Die Autorin
gibt keine konkreten Jahreszahlen an. Ich nehme aber an, dass sie in den 1960er
Jahren aufgewachsen sein dürfte. Schockierend und berührend wie anders das
Leben in Irland im Unterschied zu Deutschland damals war. – Mein Fazit: ein
bewegender Einblick in einen besonderen Menschen
Ralph Valenteano: Erinnerungen an
Jesus. Schirner Verlag 2011
Ein
kleines, aber feines Buch über die wichtigsten Aussagen Jesu. Vermittelt werden
sie in Kurzgeschichten, die sich schnell zwischendurch lesen lassen – und bei
Bedarf auch mal wiederholen und darüber meditieren lassen. Manche der Aussagen
enthalten Weisheiten, die wir in der Form heute nicht mehr kennen oder
praktizieren. Vieles hat sich nach 2000 Jahren Kirchengeschichte stark
verändert. Der Autor gibt eine frische Sichtweise. – Mein Fazit: Lesenswert
Tracy Buchanan: Sternenwandler. Piper
Verlag 2011
Nach den
Gestaltwandler-Büchern von Michelle Raven habe ich mir diesen Titel zugelegt,
weil mich der Klappentext angesprochen hat. – Tori hat sich in einen Jungen verliebt,
der unglaublich grüne Augen hat, plötzlich zu schimmern beginnt und sich in
jedes andere Individuum verwandeln kann. Sie ist fasziniert von Cam. Als sie
sein Geheimnis erfährt, steckt sie in einer Zwickmühle: Cam vermutet seinen
entführten Zwillingsbruder in genau der Firma eingeschlossen, in der Toris
Vater als Sicherheitschef arbeitet. Tori will Cam um jeden Preis helfen, aber
ihren Vater auszutricksen ist nicht einfach. – Ich war ziemlich enttäuscht von
diesem Buch. Die Geschichte ist nichts Besonderes; ein schlichter Teenager-Roman,
nett verpackt, aber ohne großen Tiefgang. Die Figuren sind zu eindimensional. Aus
der Story hätte man mehr machen können. – Mein Fazit: Schade ...
Sylvia Seyboth: Vampir in Untermiete.
BoD 2009
Der
Twilight-Saga habe ich gleich einen weiteren Vampir-Roman hinterhergeschoben,
allerdings von einer deutschen Autorin, die im Selbstverlag bei BoD publiziert.
Ich hatte von Sylvia Seyboth bereits „Seele im Glashaus“ gelesen und die
Autorin positiv in Erinnerung behalten. – Kathleen erfüllt sich einen Traum:
Sie kauft sich ein kleines Haus und zieht von Dublin aufs Land. Beim Aufräumen
und Putzen stößt sie im Keller auf zwei merkwürdige Räume: Wohn- und
Schlafzimmer eines Vampirs. Kathleen ist wütend und verlangt von Aengus O’Donaghue,
dass er sofort auszieht. Doch der lässt sich zu nichts zwingen. Im Gegenteil
wendet er Hypnose an, um seine Ziele zu erreichen. Kathleen gewährt ihm
gezwungenermaßen weiterhin Unterschlupf in ihrem Haus, nimmt sich aber fest
vor, den Vampir baldmöglich loszuwerden. Die Dinge entwickeln sich anders.
Aengus‘ wechselnder Charakter – mal gefühllos und kalt, mal sympathisch –
fasziniert Kathleen zunehmend. Ohne es je vorgehabt zu haben, beginnt sie ihren
Untermieter in Schutz zu nehmen, doch die Gefahren werden immer größer und „lebensbedrohlicher“.
– Sylvia Seyboth hat ein echtes Talent zu erzählen. Die Geschichte ist
wunderbar vielschichtig und mit genau den richtigen Anteilen Spannung und
Gefühl gewürzt. Im Unterschied zu Stephenie Meyer ist der Vampir hier ein
Wesen, das spürbar gegen seine böse Natur kämpft und sich vereinzelte
menschliche Regungen bewahrt hat. Aengus O’Donaghue ist ein Vampir, der in
meinen Augen deutlich erwachsener und reifer gezeichnet ist als Meyers Edward.
Was dem Buch fehlt, ist ein professionelles Lektorat. Die Autorin hat ein
Talent zu erzählen; allerdings mangelt es ihr an handwerklichen Fertigkeiten, die von
einem professionellen Lektorat problemlos ausgeglichen werden könnten. Genau
das ist es, was ich ihr wünsche: einen guten seriösen Publikumsverlag, der aus
ihren Geschichten das Beste herausholt. Wert sind sie es allemal.
Stephenie Meyer: Bis(s) zur
Mittagsstunde. Carlsen Verlag 2009
Nach
Bettina Belitz‘ zweitem Band „Scherbenmond“ wollte ich wissen, wie Stephenie
Meyer ihre Vampir-Saga fortsetzt. – Bella passiert an ihrem 18. Geburtstag ein
Missgeschick, bei dem Blut fließt, woraufhin die Familie Cullen (anscheinend)
fluchtartig ihren Wohnsitz in Forks verlässt. Bella verfällt in eine Art
Schockstarre. Monate vergehen, in denen sie nichts mitbekommt. Erst allmählich
kommt sie wieder ins Leben zurück, nachdem sie festgestellt hat, dass sie in
Lebensgefahr Edwards Stimme in ihrem Kopf hören kann. Sie wird süchtig auf
riskante Aktionen, die sie gemeinsam mit ihrem Freund Jacob Black unternimmt.
Jacob hat sich allerdings in den Monaten seit ihrem letzten Treffen (in Band 1)
verändert. Schließlich entdeckt Bella sein Geheimnis: Er ist ein Werwolf und
damit der Todfeind aller Vampire. Jetzt steckt Bella in einer Zwickmühle … –
Die beiden zweiten Teile weisen eine interessante Parallele auf: Sowohl bei
Stephenie Meyer als auch bei Bettina Belitz verlässt der Vampir bzw. Nachtmahr
die geliebte Partnerin, die entsetzlich darunter leidet. Allerdings sind die weiblichen
Protagonistinnen unterschiedlich gezeichnet. Bella kommt mir hochemotional vor.
Sie ist gefangen in ihrem Schmerz und alleine nicht mehr in der Lage, da heraus
zu finden. Sie braucht die Hilfe von Gefahr und Jacob Black, um sich selbst
wieder zu spüren. Bettina Belitz‘ Hauptfigur ist reifer und aktiver. Sie ist
selbst in der Lage, Entscheidungen zu treffen und zu agieren, obwohl der
Liebeskummer in ihr wühlt. Beide Titel wenden sich an eine vergleichbare
Zielgruppe. Ich bin mir sicher, dass der Suchtfaktor bei Stephenie Meyer
deutlich höher ist, da sich die Zielgruppe im Buch verlieren und treiben lassen
kann. Ich persönlich ziehe allerdings Bettina Belitz vor; ihr handwerkliches Können sagt mir mehr zu (nun gut, ich bin auch
schon ein paar Jahre älter als die eigentliche Zielgruppe *grins*) – Mein Fazit:
Magie und Suchtfaktor in einem schlichten, leicht zu lesenden zweiten Teil der
Twilight-Saga; genau richtig für die angepeilte Zielgruppe
Stephan Marks: Die Würde des Menschen.
Gütersloher Verlagshaus 2010
In der
letzten Ausgabe der Zeitschrift „Labyrinth“ der DGhK fand ich eine Rezension
dieses Buches. Ich war sofort fasziniert vom Zusammenhang von Gewalt und
Entwürdigung bzw. Beschämung in unserer Gesellschaft. Mit einem hochbegabten
Kind, das sowieso anders als die breite Masse der Gleichaltrigen ist, ist das
Thema „Mobbing“ ein ständiger Begleiter unseres Familienlebens. Vielleicht
würde mir der Autor ein paar Fragen und Mobbing-Mechanismen erklären. – Das Buch
war kaum da, habe ich es verschlungen. Ständig hatte ich das Gefühl „Warum
sieht denn keiner die Zusammenhänge?“ und „Ja, genau, Stephan Marks spricht mir
aus der Seele.“ Mehr als einmal standen mir die Tränen in den Augen. Der Autor
ist der Ansicht – und ich glaube, dass er damit recht hat –, dass es in unserer
Gesellschaft an Menschenwürde, d.h. an Schutz der eigenen Grenzen,
Zugehörigkeit, Integrität und Anerkennung fehlt. Ursache ist eine jahrhundertealte
Tradition der Würdeverletzung in unserer Vergangenheit, die wir, da wir
Erwachsenen es nicht anders gelernt haben, an die Folgegeneration weitergeben.
Wie sollen Lehrer, die selbst in der Schule und durch ihr kriegstraumatisiertes
Elternhaus beschämt wurden, unsere Kinder in Würde erziehen? Beschämung und
Missachtung sind an der Tagesordnung. Das weiß ich aus eigenem Erleben bzw. aus
den Erzählungen meines Sohnes. Das Buch zeigt mögliche Auswege und
Perspektiven. Es wäre wichtig, diese Gedanken in die Welt hinauszutragen, um
unserer Gesellschaft eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. – Mein Fazit:
Pflichtlektüre für Eltern, Lehrer, Erzieher und Vorgesetzte
Jeanine Krock: Wind der Zeiten. Heyne
Verlag 2011
Der erste
Roman der Autorin („Flügelschlag“) hatte mich begeistert. Daher habe ich mir
auch das nächste Buch gekauft, obwohl es eine ganz andere Thematik schildert. –
Johanna reist nach einer traumatischen Liebesbeziehung zu Freunden nach
Schottland. Auf einem Ausflug gerät sie durch ein merkwürdiges Ereignis ins 18.
Jahrhundert. Mehr fasziniert als schockiert nimmt sie Teil am Leben eines
schottischen Clans. Sie erkennt, dass sie aus einem bestimmten Grund diese
Zeitreise unternommen zu haben scheint, denn den Clanchef kennt sie bereits aus
der Gegenwart. Es gelingt ihr, ein für ihn dramatisches Ereignis abzuwenden und
damit die Zukunft in eine positive Richtung zu lenken. Dies hat Konsequenzen
bis in die Gegenwart, wie sie nach ihrer Rückkehr – mit dem Clanchef an ihrer
Seite – feststellt. – Die Autorin erzählt ihre Geschichte wunderbar leicht,
obwohl sie viel historisches Wissen und Lokalkolorit einfließen lässt. Es
gelingt ihr, auch den Leser durch die Perspektive der modernen Johanna einen
Blick in die Vergangenheit werfen zu lassen. Ein gelungener Schachzug.
Insgesamt sind die Personen plastisch und überzeugend gezeichnet. Trotz einer
Vielzahl von Akteuren hat es mir keine Schwierigkeiten bereitet, die Übersicht
zu behalten. Mir hat die Lektüre Spaß gemacht. – Mein Fazit: eine
fantasievolle, gelungene Story fürs Herz.
Michelle Raven: Ghostwalker – Pfad der
Träume. Lyx Egmont 2010
Dieser
Titel ist der zweite Band der neuen Ghostwalker-Reihe von Michelle Raven. Der
erste Teil um die Berglöwenwandler hatte mich gefesselt, so dass ich mir bei
Gelegenheit die Fortsetzung besorgt habe. – Im Dorf der Berglöwenwandler hatten
zwei afrikanische Leopardenwandler Unterschlupf gefunden. Kainda, die ältere
der beiden, macht sich auf, einen Weg für ihre Rückkehr nach Namibia zu finden.
Dabei wird sie verfolgt und bei einem Autounfall schwer verletzt. In einer
Tierklinik kümmert sich der dortige Tierarzt rührend um sie. Sie entdecken ihre
Gefühle füreinander, wobei gerade der Tierarzt an seiner geistigen Gesundheit
zweifelt. Er glaubt schließlich, eine Leopardin vor sich zu haben … Wieder
geschehen rätselhafte Überfälle, doch jetzt ist der Tierarzt betroffen. Nach
einem dieser Überfälle wird Kainda zuerst für tot erklärt, dann verschwindet
sie spurlos. Der Tierarzt und die Berglöwenwandler suchen sie. Erst in Amerika,
dann in Afrika. – Michelle Raven schreibt in ihrer bewährten und von mir sehr
geschätzten Art und Weise: spannend, gefühlvoll, erotisch und mit angenehm zu
lesender Sprache. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Mir hat die
Lektüre Spaß gemacht.
Mein
Fazit: eine gelungene Fortsetzung der Ghostwalker-Reihe
Stephenie Meyer: Bis(s) zum
Morgengrauen. Club Taschenbuch 2008
Jetzt habe
ich den direkten Vergleich: Stephenie Meyers „Bis(s) zum Morgengrauen“ contra
Bettina Belitz‘ „Splitterherz“. – Isabella Swan verschlägt es aus dem heißen
und sonnigen Phoenix nach Forks im regenreichen Nordosten der USA. Zuerst ist
sie frustriert, doch ihre neuen Schulkameraden sind nett, so dass sie schnell
Anschluss findet. Eine Gruppe Jugendlicher, darunter ein Junge aus ihrer Klasse
(Edward Cullen), ist anders und erregt Bellas Aufmerksamkeit. Sie versteht
nicht, warum sich Edward ganz offensichtlich von ihr abgestoßen fühlt, während
sie sich in ihn verliebt. Eines Morgens rettet er ihr Leben. Bella wird immer
misstrauischer und faszinierter. Irgendetwas stimmt mit Edward nicht. Sie lässt
nicht locker und kommt schließlich hinter sein Geheimnis: Er ist ein Vampir,
allerdings einer, der sich nicht von Menschenblut, sondern von Tieren ernährt. Edward
lässt Bella immer näher an sich heran, bis sie beide einander mit Haut und
Haaren verfallen sind. – Die Geschichte ist schlicht und irgendwie
vorhersehbar. Dennoch entfaltet sie eine Sogwirkung, der auch ich mich nicht
entziehen konnte. Ein Großteil der Magie resultiert aus der Nähe der Autorin zu
den handelnden Personen. Man spürt, dass sie sich noch sehr gut daran erinnert,
wie die Umbruchzeit mit 17 Jahren kurz vor dem Highschool-Abschluss war.
Hinzukommt, dass Edward ein guter „Böser“ und überirdisch schön ist. Er ist die
perfekte Identifikationsfigur. Und Bella ist die perfekte verliebte Frau: Sie
nähme alles in Kauf, um nur bei ihrem Geliebten zu sein. Selbst in einen Vampir
verwandelt zu werden, wäre für sie ein Geschenk. Der Autorin ist hier
tatsächlich ein ideales Buch für junge Erwachsene gelungen. Es bedient die
Träume, Hoffnungen und Unsicherheiten einer ganzen Generation. Dabei ist es
leicht zu lesen und bietet in ausreichendem Maß Spannung und Gefühl. Das Buch
ist perfekt auf seine Zielgruppe zugeschnitten, wenn auch nicht zu vergleichen
mit Bettina Belitz‘ ähnlichem Ansatz. „Splitterherz“ hat wesentlich
mehr Tiefgang – in jeder Hinsicht. Sprache, Dramaturgie und Figurengestaltung
sind deutlich reifer. Dennoch schreibt auch Bettina Belitz für eine jugendliche
Zielgruppe.
Mein
Fazit: leichte Unterhaltungskost, die ihre Zielgruppe süchtig macht
Heidemarie Brosche: Warum es nicht so
schlimm ist, in der Schule schlecht zu sein. Kösel-Verlag 2010
Auf dem
Ostercamp der DGhK wurde mir dieses Buch wärmstens empfohlen, um mit meinem Underachiever-Kind
entspannter umgehen zu können. Vom Verstand her begriffen hatte ich es schon
lange, dass gute Noten nicht das Wichtigste im Leben sind, auch wenn ich das
aus meiner eigenen Schulzeit noch so kenne. Aber durch die Lektüre dieses
Buches ist mir überhaupt erst klar geworden, wie inkompatibel Schule und Lernen
in vielerlei Hinsicht tatsächlich sind. Ja, ich weiß, auch aus der Erfahrung
mit meinem Sohn, dass es viele engagierte Lehrer gibt, die das Beste aus
unserem starren und auf reines Einpauken und Wiedergeben ausgerichteten
Schulsystem machen. Ihnen gelten an dieser Stelle mein Dank und meine
Wertschätzung. Ansonsten muss ich wirklich dankbar sein, dass mein Kind kein „Mitläufer“
ist (wie ich das offensichtlich war) und damit größere Chancen hat, seinen
eigenen Weg zu finden und zu gehen. - Fazit: Bei
Schulproblemen rückt das Buch die Weltsicht gerade. Unbedingt empfehlenswert!
Bettina Belitz: Scherbenmond. script 5
im Loewe Verlag 2011
Dieses Buch
ist der zweite Band einer Trilogie um das Mädchen Elisabeth Sturm und den
Nachtmahr Colin Blackburn. – Ellie hat ihr Abitur bestanden. Seit den
Erlebnissen in „Splitterherz“ hat sie von Colin nichts mehr gehört, aber sie
liebt ihn noch immer. In der Zwischenzeit ist ihr Vater verschwunden und hat
einen merkwürdigen Brief hinterlassen: Sie solle ihren Bruder nach Hause
bringen. Sie ergreift die Gelegenheit, ihrer Mutter und den Erinnerungen an
Colin zu entfliehen. In Hamburg wird alles nur schlimmer: Paul benimmt sich
merkwürdig. Er ist beinahe ein anderer Mensch. Nur an kleinen Gesten macht sie
fest, dass er tatsächlich ihr Bruder ist. Sie hat den Verdacht, dass Paul von
einem Mahr befallen ist und Nacht für Nacht ausgesaugt wird. Sie will ihm
helfen, aber wie? In Tillmann, einem ehemaligen Klassenkameraden, und Colin,
der zurzeit auf einer Vogelinsel mitten im Meer lebt, findet sie Unterstützung.
Doch der Kampf gegen Pauls Mahr führt sie alle an die Grenze ihrer Kräfte und
Fähigkeiten. – Der zweite Teil konzentriert sich vorwiegend auf die
Geschehnisse um Ellie. Ihre Psyche, ihre Verzweiflung, ihre Gefühle stehen im
Mittelpunkt des Romans. Sie treiben den Leser fast genau wie ihre Umwelt an den
Rand des Verständnisses. Elisabeth macht in diesem Roman sehr viel mit. Die
Autorin geht ans emotional Eingemachte, aber Ellie wächst daran. Der Leser
wiederum kann fasziniert und irritiert folgen. Das Buch hat mich unweigerlich
in seinen Bann geschlagen, obgleich es definitiv anders ist als Teil 1. Nicht
die Jungmädchenliebe steht im Vordergrund, sondern Ellies psychisches Chaos und
ihr Reifen an all den Herausforderungen. Die Handlung ist spannend, die Sprache
flüssig und die Figuren plastisch gezeichnet. Ich bin gespannt auf Teil 3, der
noch dieses Jahr erscheinen soll.
Mein
Fazit: eine gelungene Fortsetzung der „Splitterherz“-Trilogie