Diana Cooper: Der große Übergang 2012 –
2032. Ansata Verlag 2011
Dieses
Buch ist die Fortsetzung des ersten, ähnlich lautenden, aber wesentlich
umfangreicheren Titels „2012“ von Diana Cooper. Für das Verständnis des Buches
ist es sehr wichtig, die beiden tatsächlich in genau dieser Reihenfolge zu
lesen. Im zweiten Teil (Der große Übergang) werden nämlich keine Einzelheiten
mehr besprochen, sondern ein Ausblick auf die vor einem Jahr zu erwartenden
Perspektiven in den nächsten zwanzig Jahren gegeben. Diana Cooper betrachtet
alle Länder dieser Welt, manche ausführlicher, andere nur in einem kurzen
Überblick. Das eigentliche Wissen steckt auch hierbei in Teil 1 sowie kurz
zusammengefasst in den letzten zwanzig Seiten dieses Titels. – Mein Fazit:
weniger ein eigenständiges Werk, eher eine Ergänzung
Bjørn Jagnow: Wilde Jagd (Bronwen).
Kindle Edition 2012
Mein
erstes E-Book überhaupt! Ich muss es stolz verkünden. Bislang war ich fest
davon überzeugt, dass ein Buch aus Papier besteht, nach Papier riecht und sich
nach Papier anfühlt. Ich habe es ausprobiert: Es geht auch anders, nämlich auf
einem Tablett-PC und einer entsprechenden E-Book-App. – Der neue Baron Tuachall
erreicht Schloss Nialyn. In seiner Begleitung ist eine Frau mit magischen
Fähigkeiten, Bronwen Kupferband. Der Baron stellt sie als seine Beraterin vor,
doch so recht glaubt niemand bei Hofe daran. Zur gleichen Zeit geschehen
merkwürdige Morde am Fuß der nahen Feenberge. Zuerst sind die Opfer nur einsam lebende
Köhler, irgendwann dann ein Kind, das nachts über den Hof zur Toilette huschte.
Jetzt müssen der Baron und seine Beraterin eingreifen. Sie schicken nach
Jungfer Everdane. Gemeinsam versuchen sie zu ergründen, wer oder was in den
Feenbergen sein Unwesen treibt. Ein „Räuber“ sei es, so die Feen, der aus ihrem
Reich entkommen sei und eine irdische Gestalt angenommen habe. Sobald sie dessen
Gestalt kennen, können ihnen die Feen helfen, ihn zu besiegen. Tuachall,
Bronwen und Everdane sowie weitere Bedienstete und Bauern der Baronie machen
sich auf den Weg, können aber dem riesigen Auerochsen nicht Herr werden, in den
sich der „Räuber“ Foghail verwandelt hat. In letzter Sekunde erhält Everdane im
Reich der Feen das notwendige magische Werkzeug, um ihn zu besiegen. – Die Geschichte
ist sehr konzentriert und kompakt. Ich lese gerne Fantasy, aber diese Story hat
eine ganz eigene Qualität und literarische Tiefe, die ich in dieser Form
bislang noch nicht angetroffen habe. Gehen die Fantasygeschichten sonst eher in
die Breite und schwingen leicht dahin, wird hier alles auf den Punkt gebracht,
mit vielen Reizen, Wissen und Anspielungen kombiniert und stringent
durcherzählt. Auch die Personencharakterisierungen sind knapp, aber vollauf
ausreichend. Manchmal fühlte ich mich an Short Stories und ihrem pointierten
Erzählstil erinnert, obwohl „Wilde Jagd“ natürlich ein Buch ist – auch wenn ich
seinen Umfang aufgrund des Mediums E-Book nicht einschätzen kann. Hier schreibt
jemand, der schreiben kann. Der einen trockenen, sachlichen Stil hat, aber
dennoch Gefühle und Emotionen zu transportieren weiß. Bjørn Jagnow ist mit
Sicherheit kein Massenautor, aber einer für Kenner und Freunde guter Literatur.
Mein
Fazit: Fantasy in knapper, dicht gewebter Form
Kristin Cashore: Die Beschenkte.
Carlsen Verlag 2011
Dieses
Buch hat mir vor über einem halben Jahr meine Schwester empfohlen. Bis vor
wenigen Tagen schlummerte es seitdem in meinem Bücherschrank. Und jetzt bin ich
einfach nur glücklich und dankbar, ein so traumhaft schönes Buch entdeckt zu
haben – von der Autorin ganz zu schweigen. – In den sieben benachbarten
Königreichen gibt es Menschen mit besonderen Gaben, die man bereits äußerlich
an ihren zwei verschiedenen Augenfarben erkennt. Katsa ist eine von ihnen: Sie
hat die Gabe des Tötens, für eine junge Frau sehr ungewöhnlich, aber ihrem
König sehr willkommen. Er nutzt sie als Auftragskiller. Katsa jedoch geht ihren
eigenen Weg. Sie hat eine Untergrundbewegung gegründet und untergräbt das
sinnlose Morden ihres Königs. Bei einem dieser Gegenaktionen trifft sie auf
einer ebenfalls beschenkten Kämpfer. Als dieser am Hof ihres Königs auftaucht,
erfährt sie, dass er der jüngste Sohn des Königs von Lienid ist, der seinen entführten
Großvater sucht. Sie offenbart ihm, dass sie und ihre Untergrundbewegung den
Entführten bereits gerettet haben. Gemeinsam versuchen sie nun, die
Hintergründe und Hintermänner der Entführung herauszufinden. Sie machen eine
unglaubliche Entdeckung: Der König eines weiteren Königreichs ist ebenfalls ein
Beschenkter, allerdings mit der Gabe, seine Mitmenschen durch
Gedankenmanipulation zu hypnotisieren. Dieser König heftet sich mit all seiner
Macht an ihre Fersen. Beide müssen um ihr Leben kämpfen und es bleibt lange
ungewiss, ob sie ihn letztlich besiegen und sich in Sicherheit bringen können.
– Die Geschichte ist ungemein phantasievoll: Mir hat der Gedanke gut gefallen,
dass es Menschen gibt, die mit besonderen Gaben gesegnet sind. Manche dieser
Gaben sind gut und nützlich, andere wiederum schädlich. Alle jedoch müssen
ausgebildet und kanalisiert werden. Darüber hinaus sind die Figuren von Katsa
und ihrem Mitstreiter Bo sehr plastisch gezeichnet. Gerade Katsa, die weibliche
Kämpferin ist toll: Sie ist stark, nahezu unbesiegbar, hat aber ihre weibliche
Seite fast vollständig verleugnet. Erst im Laufe des Buches findet sie durch
die Liebe zu Bo zu sich selbst. Auch die Sprache des Buches ist warm und
mitreißend. Ich liebe dieses Buch und bin noch immer ganz erfüllt von der Geschichte.
Mein
Fazit: Wer romantische Fantasy liebt, ist hier genau richtig
Lynn Raven: Das Herz des Dämons. cbt Taschenbuch
2011
Der zweite
Band von Lynn Ravens Vampir-Trilogie. – Dawn hat alle Angriffe auf ihr Leben
überstanden. Sie weiß jetzt, dass sie ein Halbblut ist: halb Mensch, halb
geborene Vampir-Prinzessin, die von den anderen geborenen Vampiren seit Langem
ersehnt wird. Julien, ihr Freund und ebenfalls geborener Vampir, wird zu ihrem
Bodyguard bestimmt. Er nimmt seine Aufgabe sehr ernst, dennoch kann er nicht
verhindern, dass Dawn entführt wird, um ihn in eine Falle zu locken. In dieser
Falle steckt auch sein verschwundener Zwillingsbruder Adrien, den Julien in
jeder freien Minute sucht. Nur mit einem riskanten Spiel gelingt es Julien
schließlich, seinen Gegner zu überwältigen und alle zu befreien. – Das Buch
knüpft nahtlos an den ersten Band „Der Kuss des Dämons“ an. Es ist zwar
möglich, erst mit diesem Band in die Trilogie einzusteigen, aber der Kontext
wird plastischer mit Kenntnis der Vorgeschichte. Auch dieses Buch ist sehr
eingängig geschrieben. Allerdings ist Dawn hier deutlich stärker in ihrer
Verliebtheit gefangen und wird mehr zu einer Prinzessin mit rosa Brille, die
ihren Prinzen glorifiziert und für ihn alles macht, auch wenn sie sich dafür
selbst in Gefahr bringt. Ihr Charakter hat sich in diesem Band ein Stück weit
gewandelt. Ich bin gespannt, wie Dawn sich in Teil drei entwickelt. Bei Julien
habe ich keine Veränderung festgestellt. Sehr gut gefallen haben mir die
eingeschobenen Handlungssequenzen um Adrien, der eigentlich ganz anders als
sein Bruder ist – und doch wieder nicht. Ich hoffe, von ihm in Teil drei mehr
zu erfahren.
Mein
Fazit: eine gute Fortsetzung eines tollen ersten Romanteils
Kiesha Crowther: Aus Liebe zu Mutter
Erde. Koha-Verlag 2012
Dieses
Buch zum Thema „2012“ hat mich regelrecht angesprungen: Ich habe es gesehen und
musste es kaufen. Ich spürte, dass es mir etwas zu sagen hat. – Kiesha Crowther
ist bereits mit jungen Jahren (Anfang Dreißig) Schamanin und eine der 12
Weisheitshüter unserer Welt. Ihren Weg dorthin und ihre Botschaften an die Welt
beschreibt sie in diesem Buch sehr ausführlich. Will ich sie auf den Punkt
bringen, heißt der Kern des Buches: Geht in die Liebe und seid in der Liebe. Wenn
ich mich in unserer Gesellschaft umschaue, muss ich ihr Recht geben. Wir brauchen
nichts dringender als die reine, vom Herzen kommende Liebe. – Mein Fazit: lesen
und wirken lassen.