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Auf dieser Seite stelle ich Bücher vor, die ich in der letzten Zeit gelesen habe und die mich fasziniert oder abgestoßen haben. Sie werden hier positive wie negative Kritiken finden.

Schauen Sie doch einfach regelmäßig vorbei!

Einen Teil der Kritiken habe ich in PDFs zusammengefasst, die Sie sich hier herunterladen und mit dem kostenlosen Acrobat Reader von Adobe lesen können. Diese Besprechungen sind nur noch in dieser Form verfügbar.

Hier finden Sie Kritiken aus den Jahren 2003/04, 2004/05,  2005,  2005/06, 2006/07, 2007, 2008 und 2008/09.

Letzte Aktualisierung: 05.01.2012

 

Bücher in der Bibliothek
Nicholas Sparks: Mit dir an meiner Seite. Heyne Verlag 2011

Die Verfilmung dieses Buches kannte ich bereits, als ich es mir gekauft habe. Ich wusste also ungefähr, was mich erwarten würde: Ronnie ist stinksauer über ihre Mutter, die sie dazu gezwungen hat, die gesamten Sommerferien bei ihrem Vater zu verbringen. Den Vater wiederum hasst sie abgrundtief, weil er die Familie vor rund drei Jahren ohne Begründung verlassen hat. In dieser Stimmung kommt sie in Wrightsville Beach, North Carolina an. Sie revoltiert gegen alles und jeden, bis – bis sie Schildkröteneier am Strand entdeckt und sie zu beschützen beginnt. Dadurch taut sie allmählich auf. Sie verliebt sich das erste Mal wirklich, öffnet sich für ihren Vater und entwickelt sogar die Größe, ihn auf seinem letzten Weg zu begleiten. Ronnie ist endlich erwachsen geworden und endlich fähig, sich auf die Musik und ihre große Liebe Will einzulassen. – Wie so oft, ist das Buch in geschriebener Form deutlich vielschichtiger als die Verfilmung. Klar, das geht nicht anders, denn im Film muss gekürzt und gestrafft werden. Ich habe es geliebt, bei der Lektüre des Buches in Trauer und Schmerz einzutauchen und mit Ronnie mitzuleiden. Manchmal braucht frau das. – Mein Fazit: ein echter Sparks mit viel Liebe und Schmerz

Jeanine Krock: Das Feenorakel. Ubooks-Verlag 2011

In weihnachtlicher Stimmung habe ich mir den vierten Teil der „Licht & Schatten“-Reihe von Jeanine Krocke als Lektüre gegönnt: Vampir Julen erhält von seinem Meister den Auftrag, auf ein Mädchen aufzupassen. Alva hat gerade die Schule abgeschlossen und weiß nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Sie beginnt als Garderobiere in einem Club, doch schon bald wird eine Band auf ihre einzigartige Stimme aufmerksam und engagiert sie als Sängerin für die nächste Tour. Julen hat alle Hände voll zu tun, um auf Alva aufzupassen, die er als magisches Wesen erkennt. Allerdings ist sich Alva ihrer Sirenen-Herkunft nicht bewusst, so dass Julen erst mit ihr üben muss, ihre Stimme dosiert einzusetzen. Während ihrer gemeinsamen Nächte und Träume verlieben sich beide ineinander und erkennen am Ende des Buches, dass sie füreinander bestimmte Seelengefährten sind. – Wie schon in den anderen drei Teilen der Reihe steht hier ein Vampir bzw. Dunkelelf im Vordergrund, der nach einigen Irrungen und Wirrungen seine Seelenpartnerin in einem anderen magischen Wesen findet. Nach den Feen bzw. Vampiren der drei anderen Bücher ist es hier eine junge unerfahrene Sirene, die mit ihrer Stimme Menschen, insbesondere Männer, in einen Liebestaumel versetzen kann. Mir hat diese Variante gut gefallen. Insgesamt ist das Buch wunderschön geschrieben, lässt sich leicht lesen und zieht geradezu magisch in die Geschichte. – Mein Fazit: ein wunderschöner Höhepunkt der „Licht & Schatten“-Reihe

Ludwig Schreiber: Tragödie unserer Heimat. Arndt Verlag 1997

Mit der Vertreibung der Sudetendeutschen hatte ich mich bislang noch nie beschäftigt, aber vor einiger Zeit spürte ich das Bedürfnis, mich auch mit diesem Aspekt meiner Familiengeschichte auseinanderzusetzen. – Ludwig Schreiber schilderte und veröffentlichte 1949 aus eigenem Erleben und nach gründlicher Recherche einen Bericht, über die Geschichte der Sudetendeutschen samt Vorgeschichte mit besonderem Augenmerk auf die Geschehnisse seit 1938, die schließlich ab 1945 in die Vertreibung mündeten. Auch andere Betroffene kommen in Zitaten zu Wort, um zu belegen, dass er kein Einzelschicksal schildert. – Ich war zutiefst betroffen von dem, was ich da las. Unvorstellbar, was da direkt vor den Augen der Alliierten vorgefallen ist, während sie selbst in Deutschland mit den Nürnberger Prozessen beschäftigt waren. Ich bin absolut sprachlos und ziehe vor all den Menschen in Hochachtung den Hut, die sich aus dem Elend der Vertreibung hochgearbeitet haben (darunter auch meine Mutter und deren Eltern). – Mein Fazit: ein schockierender Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte

Rüdiger Schache: Das Geheimnis des Herzmagneten. Nymphenburger 2008

Als ich mir dieses Buch vor über zwei Jahren gekauft habe, konnte ich nichts damit anfangen. Es verschwand auf dem Stapel der ungelesenen Lektüre. Heute hat es mich zu meiner eigenen Überraschung direkt angesprochen. Schache erklärt in diesem Titel die magnetische Anziehungskraft unseres Herzens. Was wir fühlen wirkt wesentlich stärker nach außen als vermeintlich rationale Entscheidungen. Er gibt Anregungen, wie man seinen „Herzmagneten“ neu justieren kann, wenn man mit seinem derzeitigen Leben nicht zufrieden ist und das Gefühl hat, es müsse noch mehr oder anderes geben. – Mein Tipp: unbedingt lesenswert!

Diana Cooper: 2012 – Die Welt nimmt Kurs auf das neue goldene Zeitalter. Ansata Verlag 2011

Eine 2012-Hysterie geistert schon sein Jahren durch unsere Gesellschaft. Zahlreiche Filme und Bücher gibt es zum Thema. Bislang hatte ich mich zurückgehalten, um nicht in den Paniksog zu geraten. Allerdings wollte ich mehr über das grundsätzliche Phänomen einer möglichen Zeitenwende wissen. – Die Autorin schildert ausführlich, welche Auswirkungen die veränderten Stern- und Sonnenkonstellationen im nächsten Jahr auf unsere Erde haben können. Sie zeigt aber auch Möglichkeiten auf, wie jeder einzelne darauf einwirken kann, dass die Erde geistig, nicht physisch gereinigt wird. – Ich fand die Überlegungen sehr gut nachvollziehbar. Ehrlich gesagt, bin ich jetzt gespannt, was im nächsten Jahr alles passieren wird. – Mein Fazit: ein positives Buch zum Thema 2012

Nicholas Sparks: Das Schweigen des Glücks. Heyne Verlag 2011

Nicholas Sparks schreibt schlicht und einfach nette Entspannungsliteratur zum Wegträumen am Wochenende: Denise lebt alleine mit ihrem behinderten Sohn. Nach einem Unfall werden sie beide von einem Feuerwehrmann gerettet, zu dem sie sich ziemlich schnell hingezogen fühlt. Taylor geht es nicht anders, doch statt sich auf eine neue Liebe einzulassen, rennt er weg und verkriecht sich, sobald die Beziehung ernst zu werden droht. Dann stirbt sein bester Freund und er beginnt über sein bisheriges Leben nachzudenken. Dass Denise darin nicht mehr vorkommt, deprimiert ihn ziemlich. Endlich spürt er, dass er nicht mehr auf Dauer allein bleiben will. – Nicholas Sparks ist Nicholas Sparks ist angenehme Lektüre: leicht und romantisch.

Mein Tipp: genau das richtige für einen regnerischen Sonntag auf der Couch

Silvia Mustert/Christof Vetter: Margot Käßmann – engagiert evangelisch. adeo Verlag 2011

Schon lange hatte ich das Gefühl, mich näher mit Margot Käßmann beschäftigen zu sollen. Als dann noch eine Freundin zu mir sagte, wenn ich Theologie studiert hätte, wie ich das mit 14 oder 15 vorgehabt hatte, wäre ich vielleicht heute an ihrer Stelle, stand für mich fest, dass ich etwas über und von ihr lesen wollte. – Margot Käßmann schreibt in diesem Bändchen zu verschiedenen Aspekten jeweils einen einleitenden Abschnitt, den die beiden Autoren anschließend in Betrachtungen über sie und ihr Wirken fortführen. Berührt werden dabei Themen wie „Was bedeutet es, evangelisch zu sein?“, „Die Bedeutung der Ökumene“, „Eine Frau mit Führungsverantwortung“ etc. – Ich habe das Buch interessiert und fasziniert gelesen. Margot Käßmann ist jemand, den ich weiter beobachten werde.

Adriana Altaras: Titos Brille. Kiepenheuer & Witsch 2011

Mein Vater hat mir das Buch in die Hand gedrückt, nachdem er es selbst verschlungen hatte. Er schwärmte von einer genialen Familienaufstellung. Das müsse ich unbedingt lesen. Stimmt, das Buch liest sich sehr angenehm – mit viel Witz, gelungener Sprache und mehr oder weniger bissiger Ironie. Ich nehme es der Autorin sofort ab, dass es noch immer nicht einfach ist, im Deutschland des Jahres 2011 Jüdin zu sein, die außerdem über Italien aus Exjugoslawien eingewandert ist. Damit potenzieren sich die Neurosen, was dem Leser zwischen allen Zeilen entgegenspringt. – Mein Fazit: ein wunderbares Buch, das den Blick über den Tellerrand eröffnet

Lynn Raven: Der Kuss des Dämons. cbt Taschenbuch 2010

Die Autorin hatte mich mit „Der Kuss des Kjer“ unglaublich begeistert. Daraufhin habe ich mir diesen ersten Band einer Trilogie von ihr gekauft, die mich von der groben Handlungsstruktur an Stephenie Meyers „Twilight“ erinnert hat. – Dawn hat kurz nach der Geburt ihre Eltern verloren. Seitdem lebt sie – gut behütet von ihrem Onkel – in dem kleinen Ort Ashland Falls. Inzwischen ist sie 17 Jahre alt und verliebt sich in einen neuen Schüler an ihrer Schule: Julien DuCraine. Julien ist mehr als abweisend und kratzbürstig, dennoch rettet er Dawn das Leben. Sie kommen sich langsam näher. Schließlich hilft sie ihm nach einem Chemieunfall. Jetzt lässt Julien sie näher an sich heran. Sie gehen miteinander – bis er sie nach wenigen Stunden wieder von sich stößt. Dawn gibt nicht auf. Sie will Julien verstehen und endgültig für sich gewinnen. Endlich offenbart er ihr, dass er ein geborener Vampir ist, ein Lamia. Dass ihr Onkel von all dem nichts wissen darf, macht es für sie nicht leichter. Als dieser schließlich herausbekommt, dass seine Nichte einen Freund hat, reagiert er noch heftiger als erwartet: Dawn erhält Hausarrest, das bisherige Personal wird entlassen und Julien wird in ein geheimes Kellerverlies gesperrt. Aber Dawn lässt nicht locker. Sie sucht ihren Freund, bis sie schließlich alle Hintergründe und die wahre Identität ihres Onkels aufdeckt und dabei erkennt, dass er und all seine Geschäftspartner Vampire sind. Schlimmer noch: Sie selbst ist halb Vampir, halb Mensch und dabei noch eine lang ersehnte Vampir-Prinzessin mit besonderen Kräften. – Lynn Raven schreibt spannend und leicht verständlich. Die Handlung entwickelt sich stringent und wartet immer wieder mit überraschenden Wendungen auf. Auch die Figuren sind plastisch und lebensecht gezeichnet. Gerade Julien ist ein wesentlich überzeugender Vampir als Edward Cullen. Und auch die selbstbewusste Dawn gefällt mir persönlich deutlich besser als die in ihrer Liebes-Denkschleife gefangene Bella. Mir persönlich gefällt dieses Buch besser als Twilight.

Mein Fazit: gelungene Jugendliteratur als Alternative zu „Twilight“

Michelle Raven: Ghostwalker – Fluch der Wahrheit. Lyx-Egmont 2011

Der vierte Teil der Ghostwalker-Reihe von Michelle Raven. – Die Autorin Caitlin Walker hat einen Roman über Gestaltwandler geschrieben, dessen Figuren und Schauplatz verdächtig an die Berglöwen-Gestaltwandler um Coyle erinnern. Torik macht sich auf die Suche nach der Autorin. Er hofft herauszufinden, woher sie ihre genauen Kenntnisse hat. Allerdings entwickeln sich die Dinge komplett anders als erwartet: Caitlin wird vor Toriks Augen überfallen. Er hilft ihr und sie kommen sich zusehends näher. Caitlin ist irritiert und fasziniert, dass Torik ihrer Roman-Hauptfigur ähnelt. Parallel dazu werden Coyle und Marisa überfallen, als sie Beweise ihrer Existenz aus einem leerstehenden Haus sichern wollen. Marisa wird dabei schwer verletzt. Die Ereignisse überstürzen sich. Die Gestaltwandler setzen alles daran, sich zu verteidigen und nicht in die Öffentlichkeit gezerrt zu werden – auch wenn dies für Torik bedeutet, auf Caitlin verzichten zu müssen. – Die Handlung setzt nahtlos an den drei vorangegangenen Romanen an und bezieht sich immer wieder auf frühere Geschehnisse. Die Bücher selbst muss man aber nicht zwingend gelesen haben, weil die Bezüge kurz erklärt werden. Insgesamt ist das Buch flüssig und routiniert geschrieben. Dennoch hat es mir nicht so gut gefallen wie die drei Vorgänger. Für mich ist dies der bislang schwächste Teil der Reihe, wobei das bei Michelle Raven ein noch immer gutes Buch ergibt. – Mein Fazit: solide Fortsetzung der Ghostwalker-Reihe

Josephine Angelini: Göttlich verdammt. Cecilie Dressler Verlag 2011

Das Cover und der Rückentext des Buches hatten mich im Buchhandel angesprochen, deswegen hatte ich mir das Buch gekauft. – Helen ist 16 und lebt mit ihrem Vater auf einer kleinen Insel. Bisher verlief ihr Leben ruhig, auch wenn sie immer das Gefühl hatte, anders zu sein als die anderen. Dank ihrer Freundin Claire konnte sie damit allerdings bislang immer ganz gut umgehen. Zum neuen Schuljahr ist eine neue Familie aus Europa auf die Insel gezogen. Alle finden die neuen Jugendlichen „cool“, nur Helen wird von einer Mordlust überwältigt und versucht, einen von ihnen (Lucas) umzubringen. Sie ist entsetzt, hat aber ihre Gefühle nicht unter Kontrolle. Erst als Lucas ihr das Leben rettet, wird sie ruhiger und kann sich jetzt mit Lucas und seiner Familie austauschen. Sie erfährt Unglaubliches: Sie alle sowie Helen sind Nachfahren antiker Halbgötter, die dazu gezwungen sind, die antiken Familienzwiste immer wieder und wieder auszuüben. Aber, und das ist das Gute daran, ein Halbgott zu sein, sie haben auch besondere Eigenschaften: Helen zum Beispiel ist unverwundbar und kann fliegen, Lucas kann ebenfalls fliegen und hat einen Wahrheitssensor. Die Auseinandersetzungen unter den Halbgöttern der neuen Familie und Helen spitzen sich zu. Mehrfach werden Mordanschläge auf Helen ausgeübt, vor denen sie Lucas und seine Brüder beschützen. Als schließlich Helens totgeglaubte Mutter eingreift, eskaliert die Situation. – Das Buch ist klasse. Die Ausgangssituation ist natürlich ein weiteres Mal die gleiche wie bei Stephenie Meyer, Bettina Belitz u.a. Fantasy-Romanen: 16-jähriges Mädchen verliebt sich in einen neuen Schüler, der besondere Fähigkeiten hat. Dennoch hat mich diese Umsetzung für sich eingenommen. Nachfahren der griechischen Halbgötter mit besonderen Fähigkeiten, die sich an den antiken Originalen orientieren, das ist mal was Neues. Außerdem sind Helen und Lucas sowie die Familien und Freunde der beiden glaubwürdig gezeichnet. Ich hatte großen Spaß daran, das Buch zu lesen, auch wenn deutlich zu spüren ist, dass es eigentlich für Jugendliche geschrieben ist. Der Spannungsaufbau der Geschichte legt die Vermutung nahe, dass eine Fortsetzung geplant ist. Darauf bin ich gespannt. – Mein Fazit: ein empfehlenswertes Jugendbuch für Mädchen

Nora Roberts: Winterwunder. Heyne Verlag 2011

Noch einmal Urlaubs- und Couchliteratur: Parker Brown führt mit ihren drei Freundinnen eine erfolgreiche Hochzeitsagentur. Während ihre Freundinnen bereits ihre Männer gefunden haben und kurz vor der Hochzeit stehen, hat Parker kein Auge für Männer – bis sie ein besonders störrisches und von sich selbst überzeugtes Exemplar kennenlernt. Malcom hilft ihr bei einer Autopanne, lädt sie daraufhin zum Motorrad Fahren ein und gewinnt ganz allmählich Parkers Herz, obwohl er sein eigenes immer schön verschlossen hält. Parker lässt nicht locker, auch auf die Gefahr hin, Malcolm zu verlieren. Aber die Liebe zwischen beiden ist stärker, und so gibt er schließlich nach und öffnet sich ihr. – Nora Roberts, wie frau sie kennt: romantisch, ein bisschen kitschig, ein bisschen Drama, aber mit Happy End. Genau richtig für trübe Wintertage mit aufkommender Single-Depression.

Nicholas Sparks: Weg der Träume. Heyne 2011

Ich hatte mir das Buch als Urlaubslektüre gekauft. – Miles hat vor zwei Jahren seine Frau verloren. Seitdem versucht er sich im Alltag mit seinem Sohn zurechtzufinden, ohne sich in der Erinnerung zu verlieren. Schließlich verliebt er sich in die neue Lehrerin seines Sohnes. Endlich öffnet er sich der Zukunft, nur um zu erkennen, dass der Bruder seiner neuen Liebe der Mörder seiner Frau ist. Miles rastet komplett aus und ist auf dem besten Weg, alles zu zerstören, was er sich mühsam seit dem Tod seiner Frau aufgebaut hat. – Eine nette Lektüre, leicht und flüssig geschrieben, mit plastischen Figuren und viel Herzschmerz. – Mein Fazit: genau richtig für Strand oder Couch

Regine Leisner: Unter dem Rabenmond. Ullstein Taschenbuch 2010

Auch dieses Buch stammt aus dem Buchbestand meiner Schwester: ein historischer Roman, der an der Schwelle zur Bronzezeit spielt. Der Roman ist die Fortsetzung des Titels „Die Rabenfrau“ von derselben Autorin. – Raghna, die Rabenfrau, ist seit Kindheit an mit der Natur und ihren Kräften verbunden. In ihrem bäuerlichen Dorf wird dies aber als bedrohlich empfunden und unterdrückt. Raghna passt sich an, verliert aber einen wichtigen Anteil ihrer selbst. Als junge Frau wird sie entführt, vergewaltigt und zur Sklavin gezwungen. Es kommt einem Wunder gleich, dass schließlich die Großherr ihre Weisheit erkennt und sie zu seiner Nebenfrau macht. Als er stirbt, muss Raghna fliehen. Sie findet Zuflucht bei einer weisen alten Frau, die ihr endlich das Wissen und die Fähigkeiten vermittelt, um Botin und Geweihte der Göttin Holl zu werden. Endlich wendet sich ihr Leben zum Guten. – Das Buch liest sich spannend und flüssig. Raghnas Lebensweg ist faszinierend, auch weil viel historisches Wissen um den Übergang von der Stein- zur Bronzezeit verarbeitet ist. Besonders angesprochen hat mich der Gedanke, dass vor der männlich dominierten Kultur, die sich bis heute gehalten hat, eine weiblich dominierte Kultur bestand. Dort waren die Frauen diejenigen, die die Geschicke ihrer Familien und Clans lenkten, während die Männer umherzogen und jagten. Dementsprechend wurden die Geschicke der Welt von einer Göttin (Holl oder Holde) gelenkt, die mit Beginn der Bronzezeit von männlichen Göttern in den Hintergrund gestellt wurde. Die Vorstellung von mächtigen Frauen ist bestechend. Da sollten wir auch heute wieder hin.

Charlotte Winter: Die Herrin der Pferde. Rowohlt Taschenbuchverlag 2009

Das nächste Buch meiner Schwester, ein für mich ganz neues Genre: ein historischer Roman, der in der Bronzezeit spielt. – Elin flieht aus ihrer gewohnten Umgebung, nachdem ihr Vater und ihr Bruder sie an den über allen Dörfern herrschenden Herrn verkauft haben, der sie brutal vergewaltigt hat. Elin schließt sich einer Herde Pferde an, zu denen sie eine besondere Beziehung aufbaut. Sie versteht die Tiere und kann eines ganz besonders an sie gewöhnen, das ihr in der Zukunft treu zur Seite steht. Im ersten Winter, in dem sie auf sich allein gestellt ist, gerät sie immer wieder an ihre Grenzen. Schließlich rettet sie einen unbekannten Mann aus dem Moor. Beide verlieben sich ineinander, aber ihre Wege trennen sich wieder. Erst in einer kriegerischen Auseinandersetzung treffen sie wieder aufeinander und können sich endlich ihre Gefühle füreinander eingestehen. – Mich hat an diesem Buch beeindruckt, wie plastisch die Lebenssituation der Bronzezeit dargestellt ist. Wie hart das Leben war, als man Essen, Trinken und Kleidung noch nicht im Supermarkt um die Ecke kaufen konnte. Ein Rudel Wölfe bedeutete Lebensgefahr, aber eben auch Fleisch zum Überleben und Felle für warme Winterkleidung. Mir hat das Buch gefallen. Die Handlung war spannend und flüssig erzählt. – Mein Fazit: ein guter historischer Roman

Lynn Raven: Der Kuss des Kjer. cbt Verlag 2010

Zielsicher habe ich im Urlaub in Spanien genau das richtige Buch gegriffen: eine Fantasy-Story, die mich auf Anhieb gefesselt und Tag und Nacht mit Beschlag gelegt hat. – Der erste Heerführer der Kjer, Mordan, bekommt von seinem König den Auftrag, die berühmte Heilerin Lijanas des Nachbarvolks der Nivard aus dem angrenzenden Königreich zu entführen, da sie seine letzte Hoffnung ist, seine schleichende Krankheit zu besiegen. Mit einem Trick bringt er die Heilerin in der Hauptstadt des Nivard-Reiches in seine Gewalt und macht sich auf den Rückweg. Mehrfach versucht die Heilerin zu fliehen, aber Mordan ist wachsam. Gemeinsam mit seinen Soldaten muss er sich und seine Gefangene vor etlichen Gefahren schützen. Dabei fühlen beide zunehmend Gefühle füreinander, die sie sich aber nicht eingestehen, weil beide der Überzeugung sind, dass sie in verschiedenen Welten leben, also keine gemeinsame Zukunft zu haben. Erst im letzten Moment – kurz vor Mordans Hinrichtung – realisieren sie, dass sie einander lieben, doch es gibt nichts mehr, was sie tun können. – Zuallererst hat mich die Welt der Kjer und Nivard fasziniert und begeistert. Beide sind so unterschiedlich, auch die „Menschen“ darin sind vollkommen verschieden, wobei die Kjer nicht wirklich Menschen sind. Sie haben am ganzen Körper Fell und ihre Fingernägel ähneln mehr Krallen. Außerdem haben sie Reißzähne, weshalb sie von den Nivard als „wilde Tiere“ betrachtet werden. Die Nivard dagegen sind zart, hell und menschlich. Die beiden Hauptfiguren der feindlichen Welten – Mordan und Lijanas – können nicht unterschiedlicher sein: Sie ist feinfühlig und voller Mitgefühl, er dagegen ist scheinbar brutal und herzlos. Aber bei näherem Kennenlernen stellt man fest, dass er sein ganzes Leben misshandelt und gedemütigt wurde, so dass er sein Herz verschlossen hat. Die Story selbst ist wirklich spannend, die Locations gut gezeichnet und die Romanze zwischen beiden Protagonisten entwickelt sich langsam im Hintergrund. Erst ganz am Ende bemerken sie, was wirklich zwischen ihnen passiert. Das alles macht es für den Leser ungemein spannend, der Geschichte zu folgen. – Mein Fazit: eine wunderbare Fantasystory mit Sogwirkung. Ich wünsche mir eine Fortsetzung!

Gabriele Göbel: Die Mystikerin Hildegard von Bingen. Aufbau Taschenbuch 2009

Ein an den Fakten und Quellen ausgerichteter Roman über Hildegard von Bingen, dieser Anspruch der Autorin hat mich neugierig gemacht und zum Kauf bewogen. Die Eckdaten kannte ich bereits, aber verpackt in eine flüssig geschriebene Geschichte, die mit Originalzitaten, Gefühlen und Gedanken der handelnden Figuren angereichert ist, das lässt das Mittelalter plastisch werden. Gabriele Göbel hat mich wirklich nahe an Hildegard von Bingen herangebracht. Eine beeindruckende Frau, die in diesem Roman wunderbar gezeichnet ist. – Mein Tipp: Lesenswert

Heike Koschyk: Hildegard von Bingen – Ein Leben im Licht. Aufbau Taschenbuch 2010

Zurzeit beschäftige ich mich intensiv mit Hildegard von Bingen. Nach einem Besuch im Kloster Disibodenberg habe ich mir diese Biographie besorgt. Ausführlich schildert die Autorin das Leben Hildegards, wie es sich aus den verschiedenen Quellen erschließt. Selbstverständlich gehört auch ein Überblick über das Zeitgeschehen des 12. Jahrhunderts in Mittel- und Südeuropa dazu. Die meisten Themen kannte ich aus dem Geschichtsunterricht bzw. -studium. Dennoch war es mir wichtig, die Person der Äbtissin im historischen Zusammenhang zu erleben. – Die Biographie ließ sich angenehm lesen und hat mir eine gute Vorstellung gegeben. Ich werde sicher weitere Bücher über Hildegard heranziehen, aber als Einstieg hat mir das Taschenbuch gut gefallen. – Mein Fazit: eine gute Biographie über Hildegard von Bingen, die die neuesten Forschungsergebnisse berücksichtigt

Jeanine Krock: Der Blutkristall. Egmont-Lyx 2011

Teil 3 der „Licht und Schatten“-Reihe: Vivianne, Schwester der beiden Vampire Kieran und Asher, die in den beiden vorangegangenen Romanen die Hauptrollen spielten, lebt in Paris. Sie hütet einen magischen Rubin, der ihr gestohlen wird. Aus Angst vor ihren Brüdern macht sie sich allein auf die Suche. Immer wieder erhält sie dabei Hilfe, mal von ihrem sprechenden Raben, mal von dem undurchschaubaren Vampir Morgan, mal von dem Barkeeper Cyron, der sich schließlich als Elfenprinz entpuppt. Vivianne hat ihre vampirischen Fähigkeiten noch nicht wirklich im Griff, was ihr das Leben und die Suche erschwert, und die anderen spielen ein doppeltes Spiel mit ihr. – Auch dieser Teil der „Licht und Schatten“-Reihe hat mir gut gefallen. Er ergänzt wunderbar die beiden anderen Geschichten um Kieran und Asher. Vivianne wird als zickige Prinzessin gezeichnet, die zunehmend lernen muss, für sich selbst zu sorgen und ihre magischen Fähigkeiten einzusetzen. Ihr Gegenspieler Morgan dagegen ist ein Prolet adliger Abstammung. Entsprechend häufig geraten die beiden aneinander. Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen. – Mein Tipp: gelungene Fantasy-Kost für Frauen

Alice Peterson: Engelspfade. Bastei Lübbe 2009

Beim Stöbern im Buchhandel bin ich auf dieses Buch gestoßen. Der U4-Text hat mich neugierig gemacht: Cass ist während der Semesterferien zuhause. Sie offenbart ihren Eltern, dass sie mit ihrem Freund zusammenziehen will. Es kommt zum Streit mit ihren Eltern. Sie springt ins Auto, rast durch die Gegend, baut einen schweren Unfall und sitzt für den Rest ihres Lebens im Rollstuhl. Cass ist wütend und verzweifelt. Sie schämt sich. Erst ein Begleithund lockt sie aus der Reserve: Sie macht alleine Urlaub, lernt einen Mann kennen, mit dem sie zusammenzieht, sucht sich eine Arbeit. Nur mit der Liebe will es nicht so recht klappen … – Alice Peterson schreibt ihre Geschichte sehr einfühlsam. Ich konnte mir die Erlebnisse und Gefühle der Protagonistin gut vorstellen. Auch alltägliche Widrigkeiten einer Querschnittlähmung werden erwähnt, seien es die Themen „Darmhygiene“ oder „morgendliches Anziehen“. Dabei hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, Aufklärungsliteratur über Behinderte zu lesen. – Mein Fazit: ein gelungener Einblick in das Leben einer Rollstuhlfahrerin

Lorna Byrne: Himmelspfade. Kailash Verlag 2011

Hat mich schon das erste Buch von Lorna Byrne zutiefst bewegt, verstärkte die Fortsetzung meine Begeisterung. Die Autorin berichtet auch hier von ihren Erlebnissen mit diversen Engeln, aus ihrem privaten Leben und von ihrem Weg, bis ihr erstes Buch im Buchhandel erschienen ist. Sie gibt Antworten zu weiteren Fragen, wie die Reinkarnation, die Zukunft der Menschheit und das Böse auf der Welt. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Es hat mir – ein weiteres Stück – die Augen und das Herz geöffnet.

Mein Fazit: absolut empfehlenswert

Stephenie Meyer: Bis(s) zum Abendrot. Carlsen Verlag 2010

Langsam geht mir Bella Swan auf die Nerven. Ich schätze, dass ich schlicht und einfach nicht zur Zielgruppe gehöre. – Bella steht kurz vor ihrem Schulabschluss. Sie setzt alles daran, auf ewig mit Edward zusammen sein zu können. Mit der Familie Cullen hat sie den Kompromiss ausgehandelt, dass sie erst nach ihrem Abschluss und nach der Hochzeit mit Edward zum Vampir gewandelt wird. Weder Edward noch ihrem Freund Jacob Black ist das recht. Beide sähen es lieber, wenn sie ein Mensch bliebe, aber Bella lässt nicht mit sich reden. – Ständig kreist die Handlung um dieses eine Thema: Bella will um alles in der Welt schnellstmöglich ein Vampir werden. Dass Edward ihr gern noch mehr Zeit als Mensch vergönnen würde und sie andererseits in Jacob verliebt ist, interessiert sie überhaupt nicht. Parallel findet ein Angriff der Vampirin Victoria statt, um Bella auszuschalten. Hier erfährt der Leser, dass die Vampire und Werwölfe erstmals zusammenarbeiten und dass Jacob und Bella durchaus Gefühle füreinander hegen. All das führt immer wieder zu dem Anfangs- und Grundgedanken „Ja, aber ich will auf ewig mit Edward verbunden sein.“ Oh, man, Mädel, du nervst. Das hättest du auch auf 50 Seiten statt auf über 600 verkünden können.

Mein Fazit: Nur was für echte Twilight-Fans

Janne Mommsen: Ein Strandkorb für Oma. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2011

Schon ist der Nordfriesland-Urlaub wieder zu Ende. Die letzte Regionallektüre habe ich angefangen mit nach Hause genommen – mit dem netten Nebeneffekt, dass ich mir das Urlaubsfeeling noch ein paar Tage bewahren konnte. – Sönke lebt inzwischen mit seiner großen Liebe Maria in Omas kleinem Häuschen auf Föhr. Alles könnte so schön sein, wenn Oma nicht vergesslich werden würde, dadurch nicht in den Verdacht geiete, ein wertvolles Gemälde aus dem Museum gestohlen zu haben, und Marias Ex-Lover nicht mit der Aufklärung des Falles beauftragt worden wäre. Sönke gerät zwischen alle Fronten. Er verscherzt es sich mit Maria, kommt mit seinem ersten eigenen Projekt als Eventmanager nicht vom Fleck und beißt sich an seiner Familie die Zähne aus. Aber alles nur „fast“, denn am Ende lösen sich die Probleme auf „friesische Art“. – Herrlich, diese Fortsetzung von Janne Mommsen. Ich könnte mich in die Story legen und darin baden. Er vermittelt Nordfriesland-Feeling pur. Und dann seine herrlich schräg-originellen Figuren! Einfach nur toll.

Mein Fazit: wunderbar leichte Lesekost aus dem hohen Norden

Ulrike Barow: Baltrumer Bärlauch. Leda-Verlag 2010

Die Geschichte ist ein bezaubernder Inselkrimi, den ich in kürzester Zeit verschlungen habe. – Inga, eine junge Bildhauerin, ist begeistert von den Bildern des Malers Walter Bertelsmann. Als sie erfährt, dass er 1905 auf der Insel Baltrum gewesen ist, beschließt sie, ebenfalls dorthin zu reisen. Sie ist sich sicher, dort noch Spuren Bertelsmanns zu finden. Auf der Überfahrt lernt sie eine junge Frau kennen, bei deren Großeltern sie auf Baltrum tatsächlich ein Gemälde des Malers entdeckt. Die Großmutter wiegelt alles ab. Inga ist irritiert. Am nächsten Tag wird der Großvater bewusstlos am Strand gefunden, und seine Frau behauptet, ihn vergiftet zu haben. Ein weiterer Toter wird gefunden. Inga ist mitten in einem Kriminalfall gelandet und kommt gar nicht mehr dazu, weiter nach Walter Bertelsmann zu forschen. – Die Geschichte um Inga, ihre neue Freundin und deren Familie ist flüssig und mit ausreichend Tiefgang erzählt. Die Infos um Walter Bertelsmann und seine Worpsweder Malerkollegen sind geschickt in die Story integriert. Die Autorin zeichnet ein gelungenes Porträt der Insel und der agierenden Figuren. Mir hat das Buch Spaß gemacht. – Mein Fazit: ein gelungener Inselkrimi

Janne Mommsen: Oma ihr klein Häuschen. Rowohlt Taschenbuch Verlag 2011

Und ich habe doch noch einen neuen Nordfriesland-Autor gefunden, dessen Stil und Handlung mich sofort in ihren Bann gezogen haben. – Sönke ist Eventmanager in Hamburg. Als er seinen Job verliert, kommt ihm die Bitte seiner Mutter ganz recht, an ihrer Stelle zum Geburtstag der Oma nach Föhr zu fahren. Die Party steigt, doch Oma fehlt, während die Verwandtschaft beginnt, sich um Omas leer stehendes Haus zu streiten. Sönke findet Oma schließlich betrunken im Watt. Er ist entsetzt und bringt sie nach Hause. Zwei Tage später ist sie schon wieder verschwunden. Diesmal gestaltet sich die Suche deutlich schwieriger. Die gesamte Familie muss mithelfen und entdeckt dabei ein langjähriges Familiengeheimnis, das den Streit ums Erbe verblassen lässt. – Janne Mommsen hat eine wunderbar leichte Art zu schreiben. Seine Figuren sind treffsicher auf das Wesentliche beschränkt und dennoch präzise gezeichnet. Insgesamt sind die Figuren schräg, echte Originale, die ich regelrecht ins Herz geschlossen habe. Ich freue mich schon auf die angekündigte Fortsetzung des Buchs.

Mein Fazit: mit viel Liebe gezeichnete Nordfriesland-Familiengeschichte voller schräger Originale

Ulrich Hefner: Das Haus in den Dünen. Leda-Verlag 2009

Eigentlich ist es schon fast ein Stilbruch, in Nordfriesland einen Ostfriesland-Krimi zu lesen, aber ich habe vor Ort keine neue Regionalliteratur gefunden. So bin ich ausgewichen … – In Wilhelmshaven treiben zwei Serientäter ihr Unwesen: der sogenannte Feuerteufel, der alte Gebäude anzündet und der Polizei ständig eine Nasenlänge voraus ist, sowie ein schwarz vermummter Mörder, der scheinbar wahllos Menschen hinrichtet und bei ihnen stets einen dreißig Jahre alten Hemdenknopf zurücklässt. Die Polizei unter Kommissar Trevisan tappt im Dunkeln. Erst spät erkennt sie, dass beide Fälle zusammenhängen. – Nach den ersten beiden Seiten des Buches hatte im ersten Anlauf genug von dem Buch. Jedes Substantiv war mit einem Adjektiv ausgeschmückt. Furchtbar! Mangels Lesealternativen habe ich schließlich ein paar Tage später weiter gelesen. Sobald die eigentliche Handlung begann, war der Stil okay. Der Autor schildert die Polizeiarbeit sehr ausführlich und detailliert. Da er Polizist ist, wundert das nicht wirklich. Auch wenn die Handlung insgesamt flüssig vorankam, war mir das Fachwissen zu viel. – Mein Fazit: ein Krimi aus der Feder eines Fachmanns

Michelle Raven: Ghostwalker – Auf lautlosen Schwingen. Egmont-Lyx 2010

Die ersten beiden Bände der Ghostwalker-Reihe um den Berglöwenwandler Coyle und seine Gruppe habe ich begeistert gelesen. Klar, dass ich mir den dritten Teil gekauft und ihn im Urlaub verschlungen habe. – Die Berglöwenwandlerin Amber wird von ihrer Gruppe zu den Adlerwandlern geschickt, um sie vor Überfällen durch Menschen zu warnen. Allerdings lassen die Adlerwandler sie gar nicht erst in ihr Gebiet. Sie verjagen Amber gleich an der Grenze. Dabei gerät sie in Todesgefahr, kann aber von einem Adlerwandler in letzter Sekunde gerettet werden. Amber erkennt in ihm den Adler, der sie bereits als Kind in einer ähnlichen Situation geschützt hatte. Beide erkennen einander wieder. Sie werden von ihren Gefühlen füreinander überwältigt, wissen aber nicht, ob sie aufgrund ihrer verschiedenen Tierformen eine gemeinsame Zukunft haben können. Jetzt greifen schwer bewaffnete Menschen das Adlerlager an. Adler und Berglöwen kämpfen gemeinsam ums Überleben. – Das Buch ist im typischen Stil von Michelle Raven geschrieben: spannend, bisweilen dramatisch, und zugleich sinnlich-erotisch. Eine wunderbare Mischung, die mir erneut sehr gut gefallen hat. Schön finde ich ebenfalls, dass altbekannte Figuren immer im Hintergrund dabei sind und die Handlung weiter begleiten. Wie schon bei der Hunter-Reihe entsteht eine weitläufige Familiensaga.

Mein Fazit: spannende Fantasy mit Sogwirkung

Jeanine Krock: Die Sternseherin. Egmont-Lyx 2010

Dieser Titel ist die Fortsetzung der „Licht und Schatten“-Reihe von Jeanine Krock. – Die Fee Estelle kann die Empfindungen der Menschen wahrnehmen. Allerdings werden diese Sinneseindrücke so übermächtig, dass sie regelmäßig zusammenbricht. Sie wird von ihrer Familie in das abgelegene Schottland geschickt, um allmählich zu sich selbst zu finden. Dabei lernt sie einen undurchdringlichen, aber faszinierenden Mann kennen, den vermeintlichen Bibliothekar Asher. Erst allmählich erkennt sie, dass er ein Vampir ist, eine Spezies, die sie zutiefst ablehnt. Aber das Schicksal hat ihre Wege unauflöslich miteinander verflochten … – Dieser zweite Teil der „Licht und Schatten“-Reihe hat mir deutlich besser gefallen als Teil 1. Die Handlung ist stringenter, die Figuren noch lebensechter, die Spannung wird noch besser aufgebaut und gehalten. Ich werde mir sicher auch die nächsten Teile zulegen, um zu erfahren, wie es mit den Feen- und Vampirfamilien der jeweiligen Protagonisten weitergeht. – Mein Fazit: eine lesenswerte Fortsetzung der „Licht und Schatten“-Reihe

Jeanine Krock: Der Venuspakt. Egmont-Lyx 2009

Mit diesem Titel habe ich eine für mich neue, wunderschöne Fantasy-Reihe aufgetan: die sogenannte „Licht und Schatten“-Reihe von Jeanine Krock. – Nuriya ist die Tochter einer Fee. Von ihrer Mutter hat sie ein eigenartiges Amulett erhalten, das sie als die „Auserwählte“ kennzeichnet, die den rituellen Friedenspakt (Venuspakt) zwischen Feen (der Lichtwelt) und Vampiren (der Schattenwelt) erneuern soll. Nach einem Überfall wird sie von einem Vampir gerettet, der ihren Blutverlust nur stillen kann, indem er sie in eine Vampirin transformiert. Damit hat Kieran in die Regeln des Venuspakts eingegriffen. Die Ereignisse um die beiden beginnen sich zu überschlagen und beide kämpfen ums nackte Überlegen. Dabei dauert es sehr lange, bis sie beide begreifen, dass sie – Nuriya und Kieran – die beiden „Auserwählten“ sind, die sich rituell als Seelenpartner miteinander verbinden dürfen. – Die Geschichte liest sich sehr angenehm. In diesem ersten Band steht die Verbindung von Nuriya und Kieran im Vordergrund. Nebenbei werden aber weitere Personen eingeführt, z.B. die Zwillingsschwestern der Fee sowie der Bruder Kierans, die im nächsten Band zu den eigentlichen Protagonisten werden. Die Handlung ist spannend und gut nachvollziehbar. Mir hat das Buch Spaß gemacht, auch wenn mir Teil 2 („Die Sternseherin“) etwas besser gefallen hat.

Mein Fazit: solider Start einer wunderschönen Fantasy-Reihe

Jürgen Domian: Der Gedankenleser. Heyne Verlag 2010

Ich fand die Vorstellung faszinierend, nach einem Unfall die Gedanken anderer Menschen lesen zu können und dabei festzustellen, dass nichts so ist, wie es bislang schien. Also habe ich mir das Buch besorgt und gelesen. – Arnes Leben ist perfekt. Zwar langweilt er sich im Beruf, dafür hat er eine gute Ehe, ein tolles Haus, Freunde. Nach einem Unfall ändert sich alles schlagartig: Er kann plötzlich hören, was andere Menschen denken, aber eben nicht aussprechen. Seine Frau hat ihn nie geliebt, seine Kollegen hintergehen ihn und sein Chef wünscht ihm die Pest an den Hals. Arne ist schockiert. Er zieht sich zurück, wird zum Einzelgänger, schließlich zum Alkoholiker. Doch irgendwann wacht er auf und beschließt, mit sich selbst ins Reine zu kommen. Dafür zieht er sich in die Einsamkeit Nordeuropas zurück. Er entdeckt die wahren Werte des Lebens und findet seinen Frieden. – Der Autor schildert das innere Wachstum seines Protagonisten ausschließlich aus der Sicht seines Helden. Das bleibt trotz der Fähigkeit, die Gedanken seiner Mitmenschen lesen zu können, ein-seitig, denn in deren Herzen kann er nicht blicken. Insofern bleibt die Geschichte spannend, bewegend und überzeugend. Ich konnte den Entwicklungsprozess Arnes nachvollziehen. Der Autor schreibt angenehm, gut zu lesen, aber nicht platt.

Mein Fazit: ein wirklich gutes Buch aus einer interessanten Perspektive

Lorna Byrne: Engel in meinem Haar. Kailash Verlag 2009

Dieses Buch ist mir beim Stöbern im Buchhandel in die Hände gefallen. Es ist die autobiographische Geschichte einer irischen Mystikerin. Lorna Byrne kann seit klein auf mit Engeln und anderen Lichtwesen sprechen. Diese Fähigkeit ist faszinierend. Zudem haben mich auch ihre Lebensumstände sehr bewegt: von ihrer Umwelt als geistig zurückgeblieben betrachtet, in bitterer Armut aufgewachsen und auch im Erwachsenenalter in einfachsten Verhältnissen gelebt. Die Autorin gibt keine konkreten Jahreszahlen an. Ich nehme aber an, dass sie in den 1960er Jahren aufgewachsen sein dürfte. Schockierend und berührend wie anders das Leben in Irland im Unterschied zu Deutschland damals war. – Mein Fazit: ein bewegender Einblick in einen besonderen Menschen

Ralph Valenteano: Erinnerungen an Jesus. Schirner Verlag 2011

Ein kleines, aber feines Buch über die wichtigsten Aussagen Jesu. Vermittelt werden sie in Kurzgeschichten, die sich schnell zwischendurch lesen lassen – und bei Bedarf auch mal wiederholen und darüber meditieren lassen. Manche der Aussagen enthalten Weisheiten, die wir in der Form heute nicht mehr kennen oder praktizieren. Vieles hat sich nach 2000 Jahren Kirchengeschichte stark verändert. Der Autor gibt eine frische Sichtweise. – Mein Fazit: Lesenswert

Tracy Buchanan: Sternenwandler. Piper Verlag 2011

Nach den Gestaltwandler-Büchern von Michelle Raven habe ich mir diesen Titel zugelegt, weil mich der Klappentext angesprochen hat. – Tori hat sich in einen Jungen verliebt, der unglaublich grüne Augen hat, plötzlich zu schimmern beginnt und sich in jedes andere Individuum verwandeln kann. Sie ist fasziniert von Cam. Als sie sein Geheimnis erfährt, steckt sie in einer Zwickmühle: Cam vermutet seinen entführten Zwillingsbruder in genau der Firma eingeschlossen, in der Toris Vater als Sicherheitschef arbeitet. Tori will Cam um jeden Preis helfen, aber ihren Vater auszutricksen ist nicht einfach. – Ich war ziemlich enttäuscht von diesem Buch. Die Geschichte ist nichts Besonderes; ein schlichter Teenager-Roman, nett verpackt, aber ohne großen Tiefgang. Die Figuren sind zu eindimensional. Aus der Story hätte man mehr machen können. – Mein Fazit: Schade ...

Sylvia Seyboth: Vampir in Untermiete. BoD 2009

Der Twilight-Saga habe ich gleich einen weiteren Vampir-Roman hinterhergeschoben, allerdings von einer deutschen Autorin, die im Selbstverlag bei BoD publiziert. Ich hatte von Sylvia Seyboth bereits „Seele im Glashaus“ gelesen und die Autorin positiv in Erinnerung behalten. – Kathleen erfüllt sich einen Traum: Sie kauft sich ein kleines Haus und zieht von Dublin aufs Land. Beim Aufräumen und Putzen stößt sie im Keller auf zwei merkwürdige Räume: Wohn- und Schlafzimmer eines Vampirs. Kathleen ist wütend und verlangt von Aengus O’Donaghue, dass er sofort auszieht. Doch der lässt sich zu nichts zwingen. Im Gegenteil wendet er Hypnose an, um seine Ziele zu erreichen. Kathleen gewährt ihm gezwungenermaßen weiterhin Unterschlupf in ihrem Haus, nimmt sich aber fest vor, den Vampir baldmöglich loszuwerden. Die Dinge entwickeln sich anders. Aengus‘ wechselnder Charakter – mal gefühllos und kalt, mal sympathisch – fasziniert Kathleen zunehmend. Ohne es je vorgehabt zu haben, beginnt sie ihren Untermieter in Schutz zu nehmen, doch die Gefahren werden immer größer und „lebensbedrohlicher“. – Sylvia Seyboth hat ein echtes Talent zu erzählen. Die Geschichte ist wunderbar vielschichtig und mit genau den richtigen Anteilen Spannung und Gefühl gewürzt. Im Unterschied zu Stephenie Meyer ist der Vampir hier ein Wesen, das spürbar gegen seine böse Natur kämpft und sich vereinzelte menschliche Regungen bewahrt hat. Aengus O’Donaghue ist ein Vampir, der in meinen Augen deutlich erwachsener und reifer gezeichnet ist als Meyers Edward. Was dem Buch fehlt, ist ein professionelles Lektorat. Die Autorin hat ein Talent zu erzählen; allerdings mangelt es ihr an handwerklichen Fertigkeiten, die von einem professionellen Lektorat problemlos ausgeglichen werden könnten. Genau das ist es, was ich ihr wünsche: einen guten seriösen Publikumsverlag, der aus ihren Geschichten das Beste herausholt. Wert sind sie es allemal.

Stephenie Meyer: Bis(s) zur Mittagsstunde. Carlsen Verlag 2009

Nach Bettina Belitz‘ zweitem Band „Scherbenmond“ wollte ich wissen, wie Stephenie Meyer ihre Vampir-Saga fortsetzt. – Bella passiert an ihrem 18. Geburtstag ein Missgeschick, bei dem Blut fließt, woraufhin die Familie Cullen (anscheinend) fluchtartig ihren Wohnsitz in Forks verlässt. Bella verfällt in eine Art Schockstarre. Monate vergehen, in denen sie nichts mitbekommt. Erst allmählich kommt sie wieder ins Leben zurück, nachdem sie festgestellt hat, dass sie in Lebensgefahr Edwards Stimme in ihrem Kopf hören kann. Sie wird süchtig auf riskante Aktionen, die sie gemeinsam mit ihrem Freund Jacob Black unternimmt. Jacob hat sich allerdings in den Monaten seit ihrem letzten Treffen (in Band 1) verändert. Schließlich entdeckt Bella sein Geheimnis: Er ist ein Werwolf und damit der Todfeind aller Vampire. Jetzt steckt Bella in einer Zwickmühle … – Die beiden zweiten Teile weisen eine interessante Parallele auf: Sowohl bei Stephenie Meyer als auch bei Bettina Belitz verlässt der Vampir bzw. Nachtmahr die geliebte Partnerin, die entsetzlich darunter leidet. Allerdings sind die weiblichen Protagonistinnen unterschiedlich gezeichnet. Bella kommt mir hochemotional vor. Sie ist gefangen in ihrem Schmerz und alleine nicht mehr in der Lage, da heraus zu finden. Sie braucht die Hilfe von Gefahr und Jacob Black, um sich selbst wieder zu spüren. Bettina Belitz‘ Hauptfigur ist reifer und aktiver. Sie ist selbst in der Lage, Entscheidungen zu treffen und zu agieren, obwohl der Liebeskummer in ihr wühlt. Beide Titel wenden sich an eine vergleichbare Zielgruppe. Ich bin mir sicher, dass der Suchtfaktor bei Stephenie Meyer deutlich höher ist, da sich die Zielgruppe im Buch verlieren und treiben lassen kann. Ich persönlich ziehe allerdings Bettina Belitz vor; ihr handwerkliches Können sagt mir mehr zu (nun gut, ich bin auch schon ein paar Jahre älter als die eigentliche Zielgruppe *grins*) – Mein Fazit: Magie und Suchtfaktor in einem schlichten, leicht zu lesenden zweiten Teil der Twilight-Saga; genau richtig für die angepeilte Zielgruppe

Stephan Marks: Die Würde des Menschen. Gütersloher Verlagshaus 2010

In der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Labyrinth“ der DGhK fand ich eine Rezension dieses Buches. Ich war sofort fasziniert vom Zusammenhang von Gewalt und Entwürdigung bzw. Beschämung in unserer Gesellschaft. Mit einem hochbegabten Kind, das sowieso anders als die breite Masse der Gleichaltrigen ist, ist das Thema „Mobbing“ ein ständiger Begleiter unseres Familienlebens. Vielleicht würde mir der Autor ein paar Fragen und Mobbing-Mechanismen erklären. – Das Buch war kaum da, habe ich es verschlungen. Ständig hatte ich das Gefühl „Warum sieht denn keiner die Zusammenhänge?“ und „Ja, genau, Stephan Marks spricht mir aus der Seele.“ Mehr als einmal standen mir die Tränen in den Augen. Der Autor ist der Ansicht – und ich glaube, dass er damit recht hat –, dass es in unserer Gesellschaft an Menschenwürde, d.h. an Schutz der eigenen Grenzen, Zugehörigkeit, Integrität und Anerkennung fehlt. Ursache ist eine jahrhundertealte Tradition der Würdeverletzung in unserer Vergangenheit, die wir, da wir Erwachsenen es nicht anders gelernt haben, an die Folgegeneration weitergeben. Wie sollen Lehrer, die selbst in der Schule und durch ihr kriegstraumatisiertes Elternhaus beschämt wurden, unsere Kinder in Würde erziehen? Beschämung und Missachtung sind an der Tagesordnung. Das weiß ich aus eigenem Erleben bzw. aus den Erzählungen meines Sohnes. Das Buch zeigt mögliche Auswege und Perspektiven. Es wäre wichtig, diese Gedanken in die Welt hinauszutragen, um unserer Gesellschaft eine menschenwürdige Zukunft zu ermöglichen. – Mein Fazit: Pflichtlektüre für Eltern, Lehrer, Erzieher und Vorgesetzte

Jeanine Krock: Wind der Zeiten. Heyne Verlag 2011

Der erste Roman der Autorin („Flügelschlag“) hatte mich begeistert. Daher habe ich mir auch das nächste Buch gekauft, obwohl es eine ganz andere Thematik schildert. – Johanna reist nach einer traumatischen Liebesbeziehung zu Freunden nach Schottland. Auf einem Ausflug gerät sie durch ein merkwürdiges Ereignis ins 18. Jahrhundert. Mehr fasziniert als schockiert nimmt sie Teil am Leben eines schottischen Clans. Sie erkennt, dass sie aus einem bestimmten Grund diese Zeitreise unternommen zu haben scheint, denn den Clanchef kennt sie bereits aus der Gegenwart. Es gelingt ihr, ein für ihn dramatisches Ereignis abzuwenden und damit die Zukunft in eine positive Richtung zu lenken. Dies hat Konsequenzen bis in die Gegenwart, wie sie nach ihrer Rückkehr – mit dem Clanchef an ihrer Seite – feststellt. – Die Autorin erzählt ihre Geschichte wunderbar leicht, obwohl sie viel historisches Wissen und Lokalkolorit einfließen lässt. Es gelingt ihr, auch den Leser durch die Perspektive der modernen Johanna einen Blick in die Vergangenheit werfen zu lassen. Ein gelungener Schachzug. Insgesamt sind die Personen plastisch und überzeugend gezeichnet. Trotz einer Vielzahl von Akteuren hat es mir keine Schwierigkeiten bereitet, die Übersicht zu behalten. Mir hat die Lektüre Spaß gemacht. – Mein Fazit: eine fantasievolle, gelungene Story fürs Herz.

Michelle Raven: Ghostwalker – Pfad der Träume. Lyx Egmont 2010

Dieser Titel ist der zweite Band der neuen Ghostwalker-Reihe von Michelle Raven. Der erste Teil um die Berglöwenwandler hatte mich gefesselt, so dass ich mir bei Gelegenheit die Fortsetzung besorgt habe. – Im Dorf der Berglöwenwandler hatten zwei afrikanische Leopardenwandler Unterschlupf gefunden. Kainda, die ältere der beiden, macht sich auf, einen Weg für ihre Rückkehr nach Namibia zu finden. Dabei wird sie verfolgt und bei einem Autounfall schwer verletzt. In einer Tierklinik kümmert sich der dortige Tierarzt rührend um sie. Sie entdecken ihre Gefühle füreinander, wobei gerade der Tierarzt an seiner geistigen Gesundheit zweifelt. Er glaubt schließlich, eine Leopardin vor sich zu haben … Wieder geschehen rätselhafte Überfälle, doch jetzt ist der Tierarzt betroffen. Nach einem dieser Überfälle wird Kainda zuerst für tot erklärt, dann verschwindet sie spurlos. Der Tierarzt und die Berglöwenwandler suchen sie. Erst in Amerika, dann in Afrika. – Michelle Raven schreibt in ihrer bewährten und von mir sehr geschätzten Art und Weise: spannend, gefühlvoll, erotisch und mit angenehm zu lesender Sprache. Die Figuren sind vielschichtig gezeichnet. Mir hat die Lektüre Spaß gemacht.

Mein Fazit: eine gelungene Fortsetzung der Ghostwalker-Reihe

Stephenie Meyer: Bis(s) zum Morgengrauen. Club Taschenbuch 2008

Jetzt habe ich den direkten Vergleich: Stephenie Meyers „Bis(s) zum Morgengrauen“ contra Bettina Belitz‘ „Splitterherz“. – Isabella Swan verschlägt es aus dem heißen und sonnigen Phoenix nach Forks im regenreichen Nordosten der USA. Zuerst ist sie frustriert, doch ihre neuen Schulkameraden sind nett, so dass sie schnell Anschluss findet. Eine Gruppe Jugendlicher, darunter ein Junge aus ihrer Klasse (Edward Cullen), ist anders und erregt Bellas Aufmerksamkeit. Sie versteht nicht, warum sich Edward ganz offensichtlich von ihr abgestoßen fühlt, während sie sich in ihn verliebt. Eines Morgens rettet er ihr Leben. Bella wird immer misstrauischer und faszinierter. Irgendetwas stimmt mit Edward nicht. Sie lässt nicht locker und kommt schließlich hinter sein Geheimnis: Er ist ein Vampir, allerdings einer, der sich nicht von Menschenblut, sondern von Tieren ernährt. Edward lässt Bella immer näher an sich heran, bis sie beide einander mit Haut und Haaren verfallen sind. – Die Geschichte ist schlicht und irgendwie vorhersehbar. Dennoch entfaltet sie eine Sogwirkung, der auch ich mich nicht entziehen konnte. Ein Großteil der Magie resultiert aus der Nähe der Autorin zu den handelnden Personen. Man spürt, dass sie sich noch sehr gut daran erinnert, wie die Umbruchzeit mit 17 Jahren kurz vor dem Highschool-Abschluss war. Hinzukommt, dass Edward ein guter „Böser“ und überirdisch schön ist. Er ist die perfekte Identifikationsfigur. Und Bella ist die perfekte verliebte Frau: Sie nähme alles in Kauf, um nur bei ihrem Geliebten zu sein. Selbst in einen Vampir verwandelt zu werden, wäre für sie ein Geschenk. Der Autorin ist hier tatsächlich ein ideales Buch für junge Erwachsene gelungen. Es bedient die Träume, Hoffnungen und Unsicherheiten einer ganzen Generation. Dabei ist es leicht zu lesen und bietet in ausreichendem Maß Spannung und Gefühl. Das Buch ist perfekt auf seine Zielgruppe zugeschnitten, wenn auch nicht zu vergleichen mit Bettina Belitz‘ ähnlichem Ansatz. „Splitterherz“ hat wesentlich mehr Tiefgang – in jeder Hinsicht. Sprache, Dramaturgie und Figurengestaltung sind deutlich reifer. Dennoch schreibt auch Bettina Belitz für eine jugendliche Zielgruppe.

Mein Fazit: leichte Unterhaltungskost, die ihre Zielgruppe süchtig macht

Heidemarie Brosche: Warum es nicht so schlimm ist, in der Schule schlecht zu sein. Kösel-Verlag 2010

Auf dem Ostercamp der DGhK wurde mir dieses Buch wärmstens empfohlen, um mit meinem Underachiever-Kind entspannter umgehen zu können. Vom Verstand her begriffen hatte ich es schon lange, dass gute Noten nicht das Wichtigste im Leben sind, auch wenn ich das aus meiner eigenen Schulzeit noch so kenne. Aber durch die Lektüre dieses Buches ist mir überhaupt erst klar geworden, wie inkompatibel Schule und Lernen in vielerlei Hinsicht tatsächlich sind. Ja, ich weiß, auch aus der Erfahrung mit meinem Sohn, dass es viele engagierte Lehrer gibt, die das Beste aus unserem starren und auf reines Einpauken und Wiedergeben ausgerichteten Schulsystem machen. Ihnen gelten an dieser Stelle mein Dank und meine Wertschätzung. Ansonsten muss ich wirklich dankbar sein, dass mein Kind kein „Mitläufer“ ist (wie ich das offensichtlich war) und damit größere Chancen hat, seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. - Fazit: Bei Schulproblemen rückt das Buch die Weltsicht gerade. Unbedingt empfehlenswert!

Bettina Belitz: Scherbenmond. script 5 im Loewe Verlag 2011

Dieses Buch ist der zweite Band einer Trilogie um das Mädchen Elisabeth Sturm und den Nachtmahr Colin Blackburn. – Ellie hat ihr Abitur bestanden. Seit den Erlebnissen in „Splitterherz“ hat sie von Colin nichts mehr gehört, aber sie liebt ihn noch immer. In der Zwischenzeit ist ihr Vater verschwunden und hat einen merkwürdigen Brief hinterlassen: Sie solle ihren Bruder nach Hause bringen. Sie ergreift die Gelegenheit, ihrer Mutter und den Erinnerungen an Colin zu entfliehen. In Hamburg wird alles nur schlimmer: Paul benimmt sich merkwürdig. Er ist beinahe ein anderer Mensch. Nur an kleinen Gesten macht sie fest, dass er tatsächlich ihr Bruder ist. Sie hat den Verdacht, dass Paul von einem Mahr befallen ist und Nacht für Nacht ausgesaugt wird. Sie will ihm helfen, aber wie? In Tillmann, einem ehemaligen Klassenkameraden, und Colin, der zurzeit auf einer Vogelinsel mitten im Meer lebt, findet sie Unterstützung. Doch der Kampf gegen Pauls Mahr führt sie alle an die Grenze ihrer Kräfte und Fähigkeiten. – Der zweite Teil konzentriert sich vorwiegend auf die Geschehnisse um Ellie. Ihre Psyche, ihre Verzweiflung, ihre Gefühle stehen im Mittelpunkt des Romans. Sie treiben den Leser fast genau wie ihre Umwelt an den Rand des Verständnisses. Elisabeth macht in diesem Roman sehr viel mit. Die Autorin geht ans emotional Eingemachte, aber Ellie wächst daran. Der Leser wiederum kann fasziniert und irritiert folgen. Das Buch hat mich unweigerlich in seinen Bann geschlagen, obgleich es definitiv anders ist als Teil 1. Nicht die Jungmädchenliebe steht im Vordergrund, sondern Ellies psychisches Chaos und ihr Reifen an all den Herausforderungen. Die Handlung ist spannend, die Sprache flüssig und die Figuren plastisch gezeichnet. Ich bin gespannt auf Teil 3, der noch dieses Jahr erscheinen soll.

Mein Fazit: eine gelungene Fortsetzung der „Splitterherz“-Trilogie


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